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Ein Schweinchen namens Rembrandt

"Schatz, das ist jetzt aber das letzte Haustier": Wie eine Paderbornerin sich ein Ferkel zulegte

VON HANS-HERMANN IGGES
03.09.2009 | Stand 02.09.2009, 19:18 Uhr
Stevanie Fuhlrott mit ihrem vier Monate alten Mini-Schwein. - © FOTO: REINHARD ROHLF
Stevanie Fuhlrott mit ihrem vier Monate alten Mini-Schwein. | © FOTO: REINHARD ROHLF

Paderborn. Stevanie Fuhlrott (34) hatte schon immer ein Faible für eher ungewöhnlichen Haustiere, fand Kamele interessanter als Pferde - beispielsweise. Jetzt ist die Paderbornerin auf’s Schwein gekommen. Und fällt damit im Stadtbild ganz schön auf.

Wenn die Designerin mit ihrem schwarz-weißen Ferkel an der Leine nämlich vor die Tür ihres Geschäfts "Himmels Reich" in der Königstraße tritt, dann zücken Passanten die Fotoapparate. "Neulich stand im Paderquellgebiet ein ganzer Kreis um uns herum. Das hat Rembrandt regelrecht Angst gemacht, so dass er geflüchtet ist. Und wir alle hinter ihm her. Sie glauben gar nicht, wie schnell ein Schwein sein kann!" erzählt Stevanie Fuhlrott und lacht.

Den Namen Rembrandt - nach dem berühmten niederländischen Maler - hatte sich Stevanie schon ausgesucht, als sie noch nach einem passenden Schwein suchte. "Irgendwie mochte ich die Tiere schon immer," blick sie zurück. "Aber letztlich entscheidend war jetzt ein Bericht im Fernsehen."

Vier Monate alt ist ihr Rembrandt nun, Stevanie Fuhlrott kaufte ihn vor drei Wochen für 150 Euro einem Bad Sassendorfer Züchter ab. "Rembrandt ist das achte von neun Ferkeln aus einem Wurf gewesen. Er stand etwas abseits, und so ist er mir aufgefallen," erzählt sie von ihrem Einkauf.

"Schatz, das ist jetzt aber das letzte Haustier," hat sie zu mir gesagt, berichtet Ehemann Jan Fuhlrott (43) davon, wie ihm seine Frau vor drei Wochen den häuslichen Zuwachs beibrachte. Denn: Daheim gibts schließlich schon die Katzen Leonardo und Mona sowie die Hunde Lisa und Othello. Alle verstehen sich dem Vernehmen nach prächtig, sind jetzt mit Rembrandt sozusagen die (Fuhl-)Rotte. "Weil Schweine Hordentiere sind, haben wir auch keine Angst, dass Rembrandt mal weglaufen könnte, wenn er im Garten ist," meint seine Besitzerin.

Auch das Zusammenleben von Mensch und Schwein gestaltet sich entspannt: Rembrandt hat sein eigenes Körbchen, geht regelmäßig aufs Katzenklo, nimmt Babynahrung zu sich und lässt sich am liebsten am Bauch streicheln. Dann kippt er voller Wonne auf der Stelle um.

Erst mit fünf Jahren wird Rembrandt ausgewachsen sein. Weil er ein sogenanntes Mini-Schwein ist, wird er nur zwischen 50 und 100 Kilo schwer werden und vermutlich etwa 35 Zentimeter hoch. "Was die Größe betrifft, sind Mini-Schweine wie Wundertüten," sagt Stevanie Fuhlrott. "Aber wir haben die Eltern gesehen." Viele Menschen legten sich Mini-Schweine zu und seien später überrascht, wie groß diese werden könnten, meint sie.

Momentan ist Rembrandt zwar erkältet - Ferkel sind offenbar sehr empfindlich für Zug und holen sich schnell eine Lungenentzündung. Doch dann steht Ausbildung auf dem Plan. Dafür hat sich Stevanie Fuhlrott schon Bücher zugelegt. "Man kann aber mit ihm auch zur Hundeschule gehen," sagt die Paderbornerin. Wichtig sei vor allem, das Schwein zu beschäftigen. Stevanie Fuhlrott lacht: "Dann kommt er nicht auf dumme Gedanken und knabbert die Möbel an oder reißt die Tapeten runter."

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