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Beatrice Jager (Sektionsleiterin Neurochirurgie) und Friedrich Ebinger (Chefarzt der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin). - © St. Vincenz-Kliniken/Böddeker
Beatrice Jager (Sektionsleiterin Neurochirurgie) und Friedrich Ebinger (Chefarzt der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin). | © St. Vincenz-Kliniken/Böddeker

Paderborn St.-Vincenz-Kliniken etablieren Neurochirurgie

Beatrice Jager leitet die neue Sektion. Diese bietet Hilfe für kranke Babys, Kinder und Jugendliche sowie für Schlaganfallpatienten.

13.01.2022 , 03:30 Uhr

Paderborn/Salzkotten. Die St.-Vincenz-Kliniken in Paderborn und Salzkotten haben eine neue Sektion für Neurochirurgie und Pädiatrische Neurochirurgie. Wie die Kliniken mitteilen, verbessere sich mit dem Start der erfahrenen Neurochirurgin Beatrice Jager damit die neurochirurgische Versorgung für kranke Babys, Kinder und Jugendliche sowie für Schlaganfallpatienten. Die neue Sektion sei ein wichtiger Grundstein für die Region – perspektivisch könnten lange Wege zu entfernteren Spezialkliniken für einige Krankheitsbilder damit vermieden werden.

Das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin kenne die neue Sektionsleiterin aus einer mehrjährigen Kooperation: Bereits seit dem Frühjahr 2018 biete Beatrice Jager gemeinsam mit den Neuropädiatern am Sozialpädiatrischen Zentrum eine Sprechstunde zu kinderneurochirurgischen Fragen an. „Mein Herz schlägt schon sehr lange für die Kinderklinik – nicht zuletzt wegen des gelebten Teamgeistes.

Daher freue ich mich sehr, in Paderborn über eine Sprechstunde hinaus neue Strukturen zu schaffen, um Eltern eine wohnortnahe Versorgung ihres kranken Kindes im Bereich der Neurochirurgie anbieten zu können. Gerade für kleine Kinder und insbesondere Frühgeborene ist eine Verlegung in weiter entfernte Kliniken eine große Strapaze“, so Jager. Die enge Zusammenarbeit mit den neurochirurgischen Zentren in Göttingen, Kassel und Bielefeld bleibe über das neue Leistungsangebot in Paderborn hinaus bestehen.

Renommierte pädiatrische Neurochirurgie

Ihr Weg nach Paderborn führte Jager über die renommierte pädiatrische Neurochirurgie des Universitätsklinikums Würzburg, wo sie lange tätig war. Daher sei sie nahezu mit dem gesamten Repertoire der kinderneurochirurgischen Versorgung vertraut. Sie spezialisierte sich auf die Diagnostik und operative Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Hydrocephaluserkrankungen („Wasserkopf“), mit Schädeldeformitäten, mit Fehlbildungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks und komplexen Schädelnahtverschlüssen beziehungsweise Syndromen – die sogenannten Kraniosynostosen. Darunter versteht man die vorzeitige Verknöcherung einer oder mehrerer Schädelnähte, die sich bereits beim ungeborenen Kind entwickeln.

In der Mitteilung werden die vielen Berührungspunkte der Neurochirurgie zu benachbarten Disziplinen betont – wie Neurologie und Neuropädiatrie, Radiologie, Chirurgie, Urologie und Orthopädie: „Daher sind ein gutes Netzwerk und Teamwork besonders wichtig. Gerade Kinder benötigen eine engmaschige Betreuung. Hierbei stimmen wir uns eng mit den Elternteilen und den behandelnden Kinderärzten ab, da uns unsere kleinen Patienten häufig über viele Jahre hinweg begleiten.“ Friedrich Ebinger, Chefarzt der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin, freut sich über Jagers Amtsantritt: „Neurochirurgische Krankheitsbilder beurteilen und behandeln zu können, setzt eine große Erfahrung voraus. Jager erweitert nicht nur den neuropädiatrischen Schwerpunkt der Klinik, sondern ermöglicht es uns auch, die im Einzelfall früher notwendige Verlegung kleiner Frühgeborener zu vermeiden.“

Auch Schlaganfall-Patienten profitieren

Der Fachbereich der Neurochirurgie ist laut Mitteilung auch für die Akutversorgung der Schlaganfall-Patienten enorm wichtig. Schon seit fast 25 Jahren besitze das St.-Vincenz-Krankenhaus eine Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) und sei damit die erste Anlaufstelle in der Region. In vielen Fällen sei die Unterstützung eines Neurochirurgen nötig: Bei Patienten mit erhöhtem Hirndruck oder einer Blutung im Hirngewebe könnten neurochirurgische Verfahren dem Patienten helfen.

„Bei einem akuten Schlaganfall ist immer Eile geboten, um Folgeschäden zu verhindern“, erklärt Thomas Postert, Chefarzt der Klinik für Neurologie. Durch Jagers Kompetenz „können wir es perspektivisch erreichen, die Schlaganfallversorgung in unserer Region weiter zu verbessern“. Auch mit dem Brüderkrankenhaus St. Josef setze die Sektionsleiterin auf eine kooperative Zusammenarbeit, um in der Region eine Betreuung rund um die Uhr sicherzustellen.

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