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Erfolgreich: Jens Lütkemeyer freut sich über ein neues Bild für seine Sammlung. - © Julia Stratmann
Erfolgreich: Jens Lütkemeyer freut sich über ein neues Bild für seine Sammlung. | © Julia Stratmann

Paderborn Religiöses Inventar der St. Vincenz-Kapelle verkauft und verschenkt

Die Kapelle im Obergeschoss wurde schon lange nicht mehr genutzt und soll nun Platz für einen „Raum der Stille“ machen.

Julia Stratmann
02.12.2019 | Stand 02.12.2019, 09:35 Uhr

Paderborn. Zahlreiche Bilder und Kreuze schmücken die Wände von Kirchen und Kapellen im Kreis Paderborn. Auch die Vincenz-Kapelle in der Jugendgemeinschaft Vincenz-Haus ist Heimat zahlreicher religiöser Kostbarkeiten: Marienbilder, Rosenkränze und Heiligen-Statuen reihen sich in dem kleinen Raum aneinander.

Paderborn. Zahlreiche Bilder und Kreuze schmücken die Wände von Kirchen und Kapellen im Kreis Paderborn. Auch die Vincenz-Kapelle in der Jugendgemeinschaft Vincenz-Haus ist Heimat zahlreicher religiöser Kostbarkeiten: Marienbilder, Rosenkränze und Heiligen-Statuen reihen sich in dem kleinen Raum aneinander. Am Sonntag zierten sie jedoch keine Messfeier, sondern einen Basar. Die Kapelle des Hauses wurde nach 120 Jahren geschlossen und ihr Inventar bei einem Stück Kaffee und Kuchen verkauft beziehungsweise verschenkt. Das Vincenz-Haus hat nämlich Zuwachs bekommen. Eine neue Gruppe Jugendlicher aus verschiedenen Ländern kann ab sofort die Jugendgemeinschaft ihr neues Zuhause nennen. Doch das bedeutet für Heimleiter Johannes Kurte vor allem eins: „Jetzt müssen wir etwas verändern." Die Kapelle im Obergeschoss wurde schon lange nicht mehr genutzt und soll nun Platz für einen „Raum der Stille" machen. Anfangs nicht alle überzeugt Doch anfangs waren nicht alle Hausbewohner davon überzeugt, die Kapelle zu schließen. Nach einer Vorstellung des Konzepts waren sie dann jedoch schnell begeistert von der Idee. Leuchtende Farben, Tücher und Kerzen sowie meditative Musik sollen den Jugendlichen demnächst einen Ort bieten, um Ruhe zu erfahren, so Kurte. Da in diesem Haus viele Nationen und dementsprechend auch unterschiedliche Religionen vereint sind, eigne sich so ein Raum für alle Bewohner. Bilder und Kreuze haben dementsprechend keinen Platz mehr darin. Doch wohin mit diesen religiösen Kostbarkeiten? Die Jugendgemeinschaft verkaufte ihr Inventar – besser: Sie verschenkte es. „Es geht uns nicht um den Gewinn. Wir freuen uns darüber, wenn jemand Gefallen an den Dingen findet, verschenken wir es auch gerne", berichtet die Angestellte Sarah Cieslik. Einige Gegenstände, wie zum Beispiel ein Kreuz aus Schlesien, haben jedoch zu großen ideellen Wert für die Jugendgemeinschaft und blieben deshalb im Besitz des Hauses. Kleine Kapelle füllt sich sehr schnell Ansonsten stand am Sonntag alles Mögliche zum Verkauf. Jens Lütkemeyer und sein Vater Detlef Lütkemeyer hatten zum Beispiel Kerzenleuchter, eine Stütze für Messbücher und ein großes Marienbild für sich entdeckt. Die beiden sammeln Antiquitäten – bevorzugt aus dem Paderborner Raum – und besitzen bereits eine große Anzahl religiöser Gegenstände. „Diese Aktion ist eine schöne Sache. Ich finde es gut, dass die Dinge nicht auf dem Dachboden verstauben", lobt Jens Lütkemeyer. Die kleine Kapelle füllte sich sehr schnell. Bereits in der ersten halben Stunde waren ungefähr 40 Besucher gekommen. Vertreter der Kirche wie einige Vincentinerinnen oder Flüchtlingsbeauftragter und Pastor Thomas Witt, aber auch Freunde, Bekannte und Förderer besuchten den Basar. Neben dem Inventar gab es noch Selbstgebasteltes zu kaufen und bei einer Tombola einen Gewinn zu ergattern. Die Messgewänder wurden bereits zuvor an die Missionsgruppe aus Paderborn gespendet. Alle weiteren übrig gebliebenen Gegenstände erhält der ehemalige Seelsorger des Hauses, Daniel Robbs, der sie mit in eine Gemeinde nach Rumänien nimmt.

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