0
Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke werden mit zwei Todesfällen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. - © picture alliance/dpa
Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke werden mit zwei Todesfällen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. | © picture alliance/dpa

Kreis Paderborn Rückruf von Wilke-Produkten betrifft auch den Kreis Paderborn

Groß- und Zwischenhändler müssen über den Rückruf informieren. Dieser Pflicht ist ein Großhandel in Salzkotten nachgekommen

Julia Lichtnecker
08.10.2019 | Stand 08.10.2019, 19:38 Uhr

Kreis Paderborn. Vom Rückruf der Lebensmittel des Wurstherstellers Wilke ist auch der Kreis Paderborn betroffen. Neben Fleisch und Wurstwaren werden auch vegetarische und vegane Produkte zurückgerufen. Sie stehen im Verdacht, mit Listerien verseucht zu sein. Wie nw.de berichtete, wurden in nahezu allen Kreisen Nordrhein-Westfalens die Waren des Betriebs aus Twistetal verkauft. "Der Rückruf wird durch die örtlichen Veterinärbehörden überwacht, zudem müssen Lebensmittelbetriebe sowie Groß- und Zwischenhändler über den Produktrückruf informieren", sagt Julia Stoye, Pressesprecherin des hessischen Verbraucherschutz-Ministeriums. Im Kreis Paderborn kontrolliert das Veterinäramt den Rückruf. Dort liegen die Listen der betroffenen Betriebe vor, wie die Pressestelle des Kreises auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt. Informationen über diese Liste oder weitere Maßnahmen erteilt der Kreis Paderborn trotz mehrfacher Nachfrage bislang nicht. In Salzkotten ist ein Großhändler vom Rückruf betroffen. Die Firma Gafateam erklärt in einer Mitteilung auf ihrer Website, dass die Produkte der Marken "Wilke", "Haus am Eichfeld" und "Pickosta" zurückgerufen werden. Zudem warnt sie vor einer weiteren Verwendung der Waren und verweist auf die Informationen des Landkreises Waldeck-Frankenberg, dessen Veterinäramt für den Hersteller "Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren" verantwortlich ist. Stichproben sind negativ Wie eine stichprobenartige Nachfrage der NW ergab, sind andere Lebensmittel-Großhändlern im Kreis Paderborn offenbar nicht betroffen. SB Friedhoff beziehe seit rund anderthalb Jahren keine Wilke-Produkte mehr, so der zuständige Einkäufer Ulrich Pohlmann. Auch Vierlande am Standort Paderborn und RIO Großhandel haben keine Produkte des nordhessischen Unternehmens im Sortiment. Entwarnung gibt es auch seitens der Paderborner Kliniken. Das Brüderkrankenhaus, das St. Johannisstift und das St. Vincenz-Krankenhaus, zu dem auch das St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten gehört, seien nach eigener Angabe nicht mit Waren des Herstellers beliefert worden. Die Küchen der Altenpflegeheime der Caritas sowie die gastronomischen Betriebe des Paderborner Studierendenwerks haben den Angaben zur Folge ebenfalls keine Produkte des Twistetaler Fleischbetriebs bezogen. Nachdem eine mögliche Listerien-Belastung der Wilke-Produkte bekannt geworden war, schloss das Veterinäramt des Landkreises Waldeck-Frankenberg den Betrieb. Dieser rief die Waren zurück, insgesamt sind über 1.000 Produkte betroffen. Erste Hinweise auf eine Keimbelastung soll es bereits im August gegeben haben. Im Raum Südhessen gab es zwei Todesfälle aufgrund von Listeriose, die durch die Bakterien in Wilke-Produkten verursacht sein könnten.

realisiert durch evolver group