0
Frauen von Maria 2.0 setzen zu Libori ein Zeichen ganz in Weiß. - © Andreas Zobe
Frauen von Maria 2.0 setzen zu Libori ein Zeichen ganz in Weiß. | © Andreas Zobe

Paderborn Maria 2.0: Paderborner Erzbischof lobt Frauen-Initiativen

Hans-Josef Becker äußert sich zu den Reformforderungen von Maria 2.0 und kfd

Birger Berbüsse
24.09.2019 , 19:00 Uhr

Paderborn. Der Erzbischof verteilt weiter Lob: Erst vor wenigen Tagen äußerte Hans-Josef Becker seine Wertschätzung für die "Fridays for Future"-Bewegung. Nun hat er die erneuten Reformrufe und Aktionen des kirchlichen Frauen-Netzwerks Maria 2.0 und der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) gewürdigt und das Engagement der Frauen in der Kirche gelobt. Der Paderborner Oberhirte betonte in seinen Äußerungen am Rande der zurzeit in Fulda tagenden Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, dass er die Initiativen katholischer Frauen sehr ernst nehme. Schließlich gehe es um „echte Anliegen eines wichtigen Teiles der Kirche". Zusammen mit den engagierten Frauen wolle er insbesondere im Erzbistum Paderborn „ausloten, was wir tun können". Die lebendige Weitergabe des christlichen Glaubens und eine menschenfreundliche Kirche seien dabei wichtige gemeinsame Ziele. Diese Themen können nicht auf Bistumsebene geklärt werden Zu weiteren Forderungen, die nicht auf Bistumsebene zu klären und zu realisieren seien, machte Erzbischof Becker den Vorschlag, „in einem echten Miteinander zu überlegen, welche gemeinsamen Ziele wir realistischer Weise vor Ort erreichen und umsetzen können". Dazu gehörten neben der Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche Themen wie Machtverteilung, Partizipationsmöglichkeiten, Gestaltung der priesterlichen Lebensform oder Reformen der katholischen Sexualmoral. Konkrete Fragestellungen zu einer offeneren Gestalt von Kirche würden laut Becker in Paderborn bereits auf verschiedenen Ebenen der Ortskirche verstärkt diskutiert: in einzelnen Gesprächsprozessen, bei der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindenden Frauenkonferenz oder im Rahmen der weiteren Umsetzung des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn und beim nächsten Diözesanen Forum im kommenden Jahr. Er selbst mache bei ersten Reformbemühungen gute Erfahrungen und sehe positive Entwicklungen. Für ein konstruktives Miteinander vor allem mit den engagierten Frauen erscheine ihm besonders hilfreich, thematisch und inhaltlich zu differenzieren: Es gebe „nicht nur die eine Frau und das eine Thema". Die Fragen von Frauen an ihren Glauben und ihre Kirche seien viel pluraler und individueller. "Nicht davor zurückschrecken" Viel Arbeit und anstrengende Herausforderungen lägen vor den Beteiligten. Doch selbst wenn der Ausgang dieser Anstrengungen zum Teil ungewiss sei, sollte nicht davor zurückgeschreckt werden, erklärte Erzbischof Becker. In Paderborn hatten erst vor wenigen Tagen die Frauen von der Initiative Maria 2.0 aus der Gemeinde St. Julian zusammen mit den Frauen aus dem Leitungsteam des kfd-Diözesanverbands Paderborn zwei neue Veranstaltungen angekündigt. Am Freitag, 27. September, soll um 18 Uhr ein Wortgottesdienst an der Mariensäule mitten in Paderborn gefeiert werden, am Mittwoch, 2. Oktober, ist ein Abendimpuls um 18 Uhr vor dem Paradiesportal des Domes geplant – mit einer Menschenkette, die einmal um den Dom herumreichten soll.

realisiert durch evolver group