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Seit der Schließung des Drogeriemarktes Schlecker im Jahr 2012 gibt es in Elsen keinen Drogeriemarkt. - © Björn Leisten
Seit der Schließung des Drogeriemarktes Schlecker im Jahr 2012 gibt es in Elsen keinen Drogeriemarkt. | © Björn Leisten

Paderborn Drogeriemarkt in Elsen weiter nicht in Sicht

Warum sich in der Standortfrage Sachverständige und Bürger uneins sind

Dietmar Gröbing
11.09.2019 | Stand 11.09.2019, 15:45 Uhr

Paderborn-Elsen. Seit der Schließung des Drogeriemarktes Schlecker im Jahr 2012 gibt es in Elsen kein adäquates Angebot. Was vielen Anwohnern ein Dorn im Auge ist. Sie wünschen sich eine Drogerie für ihren Stadtteil. Ein einfaches Begehr, aber eine komplizierte Sachlage. Denn Stadt, Planungsinstanz und Justiz möchten den Fachmarkt zentral verortet sehen, die Elsener hingegen dezentral. Die unterschiedlichen Auffassungen waren das Resultat einer Bürgerversammlung. Rund 100 Menschen kamen am Dienstag ins Elsener Bürgerhaus zu einer Infoveranstaltung in Sachen Drogeriefachmarkt. Moderiert wurde der Abendtermin von der Münsteranerin Elke Frauns. Hintergrund der Zusammenkunft war ein Beschluss des Paderborner Bauausschusses. Das Gremium hatte beim Dortmunder Gutachterbüro „Stadt und Handel" eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen der Bürgerversammlung vorgestellt. Negative Auswirkungen auf die Ortsmitte? Demnach sprechen laut Gutachter Marc Föhrer mehrere Gründe gegen einen Drogeriemarkt außerhalb des um die Von-Ketteler-Straße herum skizzierten Zentrums. Etwa die „relativ große Distanz zum zentralen Sektor" sowie eine „fehlende städtebauliche Verknüpfung mit dem Zentrum", was zwangsläufig „negative Auswirkungen auf die Ortsmitte" hätte. Würde sich ein Betreiber finden, käme für Marc Föhrer als Drogerie-Standort eine alte Immobilie zwischen dem Schrieweshof und dem Hotel-Restaurant Kaiserpfalz in Frage. Ebenso probat erscheint Föhrer das Gelände am Sportplatz. Beide Vorschläge stießen auf Widerstand seitens der Elsener Bürgerschaft. Man wolle keine Drogerie entlang der Von-Ketteler-Straße, da der Verkehr in diesem Bereich ohnehin schon grenzwertig sei. Weitere Autos gelte es zu vermeiden. Stattdessen sprachen sich diverse Damen und Herren füreinen Standort an der Wewerstraße aus. Konkret schwebt den Elsenern eine Drogerie im Dunstkreis der Supermarktketten Aldi und Lidl vor. Kontrast zum Landesentwicklungsplan Das wiederum steht in Kontrast zum Landesentwicklungsplan und der zugehörigen Raumordnung. Diese schreibt vor, dass die Zentren gestärkt werden müssen. „Besäße die gewünschte Drogerie mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, würde sie dezentral nicht genehmigt", wusste Rechtsanwalt Olaf Bischopink um juristische Feinheiten. „Das Thema Einzelhandel wird durch Bund und Länder stark reglementiert", erachtete die technische Beigeordnete der Stadt Paderborn, Claudia Warnecke, die Materie als ebenso komplex wie sensibel. Gleichwohl wollen Warnecke und ihre Kollegen das Sujet nicht aus den Augen verlieren: „Wir arbeiten an der Thematik."

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