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Traditionell: Die Tischler bauten die neuen Eichenbalken ohne technische Hilfsmittel ein. - © Isa von Elverfeldt
Traditionell: Die Tischler bauten die neuen Eichenbalken ohne technische Hilfsmittel ein. | © Isa von Elverfeldt

Paderborn Fast 450 Jahre Geschichte in Wewer gerettet

Die Sanierung der Großen Scheune ist dringend. Dabei kommt alte Handwerkskunst zum Einsatz.

Julia Lichtnecker
12.09.2019 | Stand 12.09.2019, 09:30 Uhr

Paderborn-Wewer. Seit 1570 steht die Große Scheune an der Alme in Wewer und das soll die nächsten Jahrhunderte noch so bleiben, wenn es nach Isa Freifrau von Elverfeldt geht. Bis auf wenige Renovierungen ist das Gebäude ursprünglich geblieben. Die ehemalige Stallung ist eines der ältesten Gebäude im Ort und wurde im Verlauf von über vier Jahrhunderten nie umgebaut, so die Besitzerin. Die Große Scheune gehört zum Landwirtschaftsbetrieb der Alten Burg in Wewer, die aus der selben Zeit stammt. Über die Jahre hat sich nicht viel verändert: Bis heute dient die Scheune als landwirtschaftlicher Abstellraum und auch der Grundriss sei gleich geblieben, so von Elverfeldt. Mit 27 Metern Länge und 14 Metern Breite ist das Gebäude, das im wesentlichen aus Bruchstein gebaut wurde, für die damalige Zeit sehr imposant. Getragen wird die Scheune allerdings von großen Eichenbalken, die über die bald 450 Jahre von innen heraus morsch geworden waren. „Die Sanierung war sehr dringend", berichtet von Elverfeldt. Die Lage sei schlimmer als erwartet gewesen, es musste schnell gehandelt werden. Der Einbau der neuen Balken lag im fünfstelligen Bereich und wurde von Fördermitteln des Landes unterstützt. Erst die zweite große Renovierung In den vergangenen Wochen wurden die tonnenschweren Balken gegen neue ausgetauscht. Auch diese seien wieder aus Eichenholz und in Baumstärke: „Das hält einfach am besten", sagt von Elverfeldt. Der Einbau verlief nach alter Handwerkskunst, ganz ohne technische Maschinen. Hierfür war „echtes Geschick" erforderlich, so die Besitzerin. Mit der erst vor wenigen Tagen abgeschlossenen Sanierung wurde die Scheune aus dem Mittelalter erst zum zweiten Mal wesentlich erneuert. Die erste Maßnahme war die Dacherneuerung in 1972, nachdem ein Orkan die Hälfte des Scheunendachs zum Einstürzen brachte. Für die nächsten hundert Jahre dürfte das Gebäude an der Alme, das auf dem Gelände der Alten Burg steht, jedoch sicher stehen, meint Isa Freifrau von Elverfeldt. Die Kombination aus Bruchstein und Eichenbalken habe sich über die Jahrhunderte bewährt.

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