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Begleitet von Fernsehkameras machten sich die Auswanderer Michaela Scherer und Pharo Martin Bolze ein Bild von der Lage in Mosambik. - © Die Pharos
Begleitet von Fernsehkameras machten sich die Auswanderer Michaela Scherer und Pharo Martin Bolze ein Bild von der Lage in Mosambik. | © Die Pharos

Paderborn Armut in Mosambik schockiert Paderborner Fernseh-Paar

Zwei Mallorca-Auswanderer erleben Not und bittere Armut im afrikanischen Land. Trotzdem lassen sie sich filmen

18.08.2019 | Stand 19.08.2019, 11:16 Uhr

Paderborn. „Es war erschreckend - unbeschreibliche Not und Armut", fassen die Paderborner Michaela Scherer und Pharo Martin Bolze die Eindrücke ihrer Reise nach Mosambik zusammen. Das Paar ist aus der Vox-Sendung „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer" bekannt. Der Hypnotiseur und seine Partnerin mit Wahlheimat Mallorca besuchten als Botschafter der Organisation Handicap International ein Armenviertel und kamen mit Eindrücken zurück, die beide wohl nie wieder vergessen werden. "Wie eine andere Welt" „Es war wie eine andere Welt", berichtet Michaela Scherer. Begleitet von einem RTL-Kamerateam wollten sich die Paderborner vor Ort mit eigenen Augen ein Bild von der Situation machen. „Es waren sehr aufregende und spannende Tage", blickt das Paar zurück. Es gab aber auch positive Momente, etwa bei einer Visite in den drei von Handicap International geförderten Schulen: „Die Kinder sind unendlich dankbar, für einen geregelten Alltag mit Schulbildung und damit der Aussicht auf ein besseres Leben", erzählt Scherer. Die Reise konfrontierte das Duo aber auch mit Situationen, die für beide zuvor unvorstellbar schienen. Schon bei der Ankunft in einem Dorf waren sie umringt von Kindern, die zum Teil schwere Behinderungen haben und oft von der Familie ausgeschlossen oder eingesperrt werden. In Maputo und Matola leben rund 23.700 Kinder mit körperlichen Einschränkungen. Sie leiden unter Diskriminierung. In einer der wenigen inklusiven Schulen spielen fröhliche Kinder Fußball, quetschen sich zu fünft auf eine Bank und lernen voller Eifer. Manche können kaum oder gar nicht hören und verständigen sich durch Gebärdensprache. Einer von ihnen ist Luis. Der Zwölfjährige hat motorische Schwierigkeiten und kann dank Physiotherapie inzwischen laufen. Der kleine Mann besuchte früher nur ungern die Schule, war scheu und wurde gehänselt. "Enorm, wie die Freunde helfen" Die 14-jährige Chelsia kann nicht laufen und sitzt im Rollstuhl. Durch die Unterstützung wurden an ihre Schule Wege und Rampen gebaut. Noch im Vorjahr mussten vier Klassenkameraden das Mädchen über tiefen Sand tragen. „Eine Hammerleistung", bewundert Martin Bolze ihren Einsatz. „Ich finde es enorm, wie die Freunde alle so selbstverständlich helfen." Auch lange nach dem Rückflug aus Afrika mussten die Mallorca-Auswanderer noch die Eindrücke ihrer Reise verdauen: "Wir kehren zwar mit Tränen in den Augen zurück, aber auch mit Erinnerungen an eine Zeit, die für immer in unseren Herzen bleibt."

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