0
Die Marienstraße: Auf der rechten Seite soll das neue Stadthaus gebaut werden. - © Hans-Hermann Igges (Archivbild)
Die Marienstraße: Auf der rechten Seite soll das neue Stadthaus gebaut werden. | © Hans-Hermann Igges (Archivbild)

Paderborn Stadthaus: Paderborner CDU Ortsunion befürchtet erheblich höhere Kosten

Christdemokraten in der Kernstadt gehen mit den sieben Fraktionen im Rat scharf ins Gericht

28.06.2019 | Stand 28.06.2019, 09:38 Uhr

Paderborn. In die Diskussion um den Neubau der Stadtverwaltung am Marienplatz schaltet sich die Paderborner Ortsunion ein. Vorsitzender Bernd Schulze-Waltrup ist überzeugt, dass die sieben Fraktionen im Rat, die den alten Beschluss einkassiert haben, den Bürgerinnen und Bürgern einen "Bärendienst" erwiesen hätten, der die Steuerzahler sehr teuer zu stehen kommen könne. Nach mehr als zehn Jahren intensiver politischer Diskussion über mögliche und völlig verschiedene Standorte (Florianstraße, Alanbrooke, Hoppenhof, Innenstadt...) sei ein mit großer Mehrheit gefasster Beschluss gekippt worden und das Verfahren stehe möglicherweise wieder völlig am Anfang. "Wieso spielen hier die Kosten (z.B. für eine Neuplanung), die immer wieder gegen den Neubau ins Feld geführt wurden, plötzlich keine Rolle mehr?", fragt Schulze-Waltrup. Keine Rückmeldungen gegen den Siegerentwurf Schon 2010 sei klar gewesen, dass den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Räume am Abdinghof nicht mehr zuzumuten waren. Letztlich führte mangelnder Brandschutz zum Umzug großer Teile der Verwaltung an den Hoppenhof. "Die Notwendigkeit einer neuen Stadtverwaltung steht also seit langem außer Frage. Es sollte eine Stadtverwaltung mit Bürgerbüro, Teilen der Stadtbibliothek (die schon lange auf Alternativen warten), BOSS-Wache, Cafe, eben eine deutliche Aufwertung der Innenstadt und ein neuer erweiterter neuer Mittelpunkt für die Bürgerinnen und Bürger werden", betont der Christdemokrat. Er ist überzeugt, dass an dem bisherigen Planungsprozess viele Personen beteiligt worden seien, ohne dass es Rückmeldungen gegeben habe, dass es in dieser Form gar nicht funktionieren könne. "Alle waren der Auffassung, dass der Siegerentwurf eine gute Basis für die Umsetzung sei", so Schulze-Waltrup. "Stadtplanung nicht um Bäume herum machen." Die CDU-Ortsunion sei zwar auch nicht begeistert gewesen, dass wahrscheinlich drei Linden hätten gefällt werden müssen. "Dass aber dadurch ein offener, von allen erfahrbarer und spiritueller Raum entstanden wäre (inkl. der Anpflanzung neuer Linden), der aktuell doch sehr in die Jahre gekommen ist", sieht Bernd Schulze-Waltrup sogar als "sehr großen Vorteil": "Man kann Stadtplanung doch nicht um Bäume herum machen, die jederzeit nachgepflanzt werden können, wie etwa am Domplatz", ist sich Schulze-Waltrup sicher. Außerdem hätten die sieben Fraktionen bei der Entscheidung aber auch beim dem gescheiterten Bürgerbegehren "bewusst verschwiegen, dass der Bürgermeister für die Umsetzung schon seit langem eine Bürgerbeteiligung geplant hat". Die Ortsunion sei entsetzt über den Ton, die Unterstellungen und zum Teil Beleidigungen und Diffamierungen, die von einzelnen Protagonisten in Richtung des Bürgermeisters und der CDU-Ratsmitglieder artikuliert worden seien. Am Bürgerdialog sollen sich möglichst viele Paderborner beteiligen Der Politik werde immer wieder Stillstand vorgeworfen. Die CDU aber wolle handeln. "Wir haben das an vielen Stellen bewiesen. Am Neuen Platz mit dem Theater, am Domplatz, an den Paderquellen und an vielen Stellen mehr ist dies deutlich sichtbar und wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern aber auch Besuchern und Gästen immer wieder hervorgehoben. Die Stadt ist in den letzten Jahren mit einer starken CDU zu einer lebens- und liebenswerten Großstadt geworden", stellt Verena Lütke-Verspohl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat fest. "Wir möchten alle Parteien und Fraktionen einladen, wieder in einen konstruktiven Dialog zu treten, der das Wohl der Bürgerinnen und Bürger auch tatsächlich im Blick hat. Die CDU ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich am Bürgerdialog zur neuen Stadtverwaltung zu beteiligen, auch und gerade, wenn Sie den vorliegenden Entwurf für gut gehalten haben", beendet Schulze-Waltrup die Pressemitteilung.

realisiert durch evolver group