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Der Entwurf zum neuen Paderborner Stadthaus und Marienplatz war anscheinend schon frühzeitig von der Kirchengemeinde kritisiert worden. - © Visualisierung Stadt Paderborn
Der Entwurf zum neuen Paderborner Stadthaus und Marienplatz war anscheinend schon frühzeitig von der Kirchengemeinde kritisiert worden. | © Visualisierung Stadt Paderborn

Kommentar Absolut unverständliches Planungschaos um Stadthaus und Marienplatz

Weiter Wirbel um den Neubau des Stadthauses in Paderborn.

Peter Hasenbein
20.06.2019 | Stand 20.06.2019, 15:11 Uhr

Fakt ist: Die Planungen rund um den Neubau des Stadthauses am Marienplatz werden neu starten. Bürger werden mit eingebunden, schon bis zum 31. Oktober soll ein neuer Plan auf dem Tisch liegen. Fest steht damit auch: Hier Geht es nicht um kosmetische Korrekturen, die vorher nicht absehbar waren, hier geht es praktisch um ein neues Stadthaus, das zumindest im gesamten Frontbereich zum Marienplatz komplett neu geplant werden muss. Und das, obwohl die Kirchengemeinde schon im Februar 2018(!) klar gesagt hat, dass der Marienplatz in seiner jetzigen Form nicht massiv geändert werden darf. Punkt. Wer wollte, konnte genau dies auch aus den schriftlichen Mitteilungen und Äußerungen der Pfarrgemeinde entnehmen. Für neutrale Beobachter bleibt absolut unverständlich, warum die Stadt das nicht so interpretiert hat. Und die Frage geht eigentlich auch an die Pfarrgemeinde, warum sie nicht eher die Reißleine gezogen hat, als sie im Verlauf des vergangenen Jahres längst mitbekommen haben musste, dass die konkreten Neubaupläne mit ihren Vorstellungen definitiv nicht vereinbar waren. Da darf man durchaus vermuten, dass die Wucht des öffentlichen Protestes in den vergangenen Monaten mit dazu beigetragen hat, dass auch die Kirche erst vor wenigen Wochen noch einmal Klartext geredet hat. Und dann hatte auch Bürgermeister Michael Dreier die Notbremse gezogen. Höchst eigenmächtig wie ihm in der Ratssitzung noch einmal vorgehalten wurde. Waren es am Ende nur Kommunikationsprobleme, die zu dem ganzen Desaster geführt haben? Oder Sturheit? Oder sogar Ignoranz? Fest steht weiter: Hier wurde an verantwortlicher Stelle seit Monaten schlichtweg falsch gehandelt. Das wird auch so manche Partei im Paderborner Rat kaum so einfach stehen lassen wollen. Hinter den Kulissen ist zu erfahren, dass Ratspolitiker schlicht sauer sind und sich definitiv nicht richtig informiert fühlen von der Stadt. Denn eins ist auch klar: Dass die bisherigen Fehlplanungen den Steuerzahler keinen Cent kosten, wie die Stadt weis machen will, das kann nicht stimmen. Auch über die in den Sand gesetzten Planungskosten muss gesprochen werden. Kurzum: Das Thema Stadthaus-Neubau ist nicht nur wegen der neuen Planungen noch längst nicht vom Tisch. Das Desaster wird sicher auch ein politisches Nachspiel haben. Kontakt zum Autoren

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