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Kritik: "Wir sind Kirche" demonstriert während der Priesterweihe vor dem Dom. - © Loni Maoro
Kritik: "Wir sind Kirche" demonstriert während der Priesterweihe vor dem Dom. | © Loni Maoro

Paderborn Kaum Unterstützung für Protest zur Priesterweihe in Paderborn

"Wir sind Kirche" demonstriert auf dem Marktplatz. Teilnehmer von kirchlichen Institutionen bleiben der Aktion fern

Birger Berbüsse
08.06.2019 | Stand 10.06.2019, 11:33 Uhr
Loni Maoro

Paderborn. Im Dom läuten am Samstagmorgen die Glocken zur Priesterweihe. Zeitgleich protestieren auf dem Marktplatz mehrere Menschen mit Bannern und Flyern. "Kirche braucht auch Priesterinnen" ist darauf unter anderem zu lesen, aber auch "Gratuliert den Neupriestern". Die Laienbewegung demonstriert in diesem Jahr trotz des stürmischen Wetters wieder für Reformen in der katholischen Kirche. Im Vorjahr war ihr Protest mangels Teilnehmern ausgefallen, nun sind sie zurück. "Unser Protest ist keine Provokation gegenüber den Neupriestern, ganz im Gegenteil", betont Manfred Dümmer, Sprecher von "Wir sind Kirche". Drei Priester werden in diesem Jahr geweiht. In den vergangenen Jahren schwankten die Zahlen zwischen zwei und bis zu fünf Neupriestern. "Unser Ziel ist es, auf den längst überfälligen Reformbedarf in der Kirche hinzuweisen." Auch Frauen und Verheiratete sollen zum diakonalen und priesterlichen Dienst zugelassen werden. Die Kirche sei sonst nicht zukunftsfähig, prophezeit Dümmer. Auf mehr Unterstützung gehofft Die Reformbewegung hatte auf mehr Unterstützung gehofft, aber von kfd und BDKJ sei keine Rückmeldung gekommen. "Die Angst, sich öffentlich zu outen, spielt hier eine Rolle. Vielleicht sind auch das Interesse und der Druck noch nicht groß genug", vermutet Dümmer. Auch "Maria 2.0" hatte ein Mitwirken an dem Prostest parallel zur Priesterweihe abgelehnt. Der Zeitpunkt sei ungünstig, hieß es von den Initiatorinnen. Unterkriegen lassen sich die Aktivisten davon aber nicht. "Ich unterstütze die Anliegen von Wir sind Kirche". Ich war selbst in der Gemeindearbeit tätig, aber habe mich dort immer mehr an den Rand gedrängt gefühlt", berichtet eine der Demonstrantinnen. "So geht es bestimmt Vielen. Da muss sich einiges verändern." In diese Pfarrei kommt der Paderborner Neupriester Durch Handauflegung und Gebet des Erzbischofs wurden im Dom Sascha Heinrich (Letmathe), Daniel Wäschenbach (Bielefeld) und Patrick Kaesberg aus Schloß Neuhaus in die Gemeinschaft der Priester des Erzbistums Paderborn aufgenommen. Zum Zeichen ihrer besonderen Hingabe lagen die drei Priesteramtskandidaten zwischenzeitlich flach ausgestreckt auf dem Boden des Altarraums im Dom. Als Neupriester feierte Patrick Kaesberg, der von der Laufbahn als Profifußballer aufs Priestertum umschwenkte, seine Primiz am Pfingstsonntag in der Kirche seiner Heimatgemeinde in St. Heinrich und Kunigunde in Schloß Neuhaus feiern. Die Nachprimiz von Neupriester Kaesberg wird am Sonntag, 16. Juni 2019, in der Kirche St. Joseph in Dortmund-Berghofen sein. Neupriester Patrick Kaesberg wird eingesetzt als Vikar im Pastoralen Raum Pastoralverbund Netpherland im Dekanat Siegen.

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