Symbolkräftig: Die Europa-Fahne. - © Pixabay (Themenbild)
Symbolkräftig: Die Europa-Fahne. | © Pixabay (Themenbild)

Paderborn Diese Paderborner wollen ein starkes Europa

Gewerkschaften, Handwerk, Politik, Kirche und Klimaschützer appellieren an die Menschen, am 26. Mai ihre Stimme abzugeben

Holger Kosbab
21.05.2019 | Stand 20.05.2019, 21:50 Uhr |

Paderborn. Am Sonntag wird das neue EU-Parlament gewählt. Für viele ist es eine ganz entscheidende Europawahl – angesichts Herausforderungen wie wachsender rechtspopulistischer und europakritischer Tendenzen mit dem Brexit, Migration oder Klimawandel. Wohl deshalb wurde noch nie so umfassend dafür geworben, das Stimmrecht zu nutzen und die politische Gestaltung Europas mitzubestimmen. Eine Richtungswahl ist die Abstimmung für den Deutschen Gewerkschaftsbund, der mit seinen Mitgliedsgewerkschaften für die Teilnahme an der Europawahl wirbt. Dazu gab es unter anderem am Montag bundesweit Aktionen – beispielsweise bei Claas Industrietechnik in Paderborn. Die EU sei ein einzigartiges Friedensprojekt, so der DGB, das die Lebens- und Arbeitswelt sowie sicheren Wohlstand präge. Auf Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimawandel, Migration und wirtschaftliche Ungleichheit sei mehr Zusammenarbeit und Solidarität die richtige Antwort für ein starkes und soziales Europa. Der Vorstand der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe ruft alle heimischen Handwerker zur Beteiligung an der Wahl auf. Schließlich profitiere das Handwerk in hohem Maße von der EU und es müssten die Voraussetzungen zu ihrer positiven Weiterentwicklung geschaffen werden. Dabei gelte es, erkannte politische Schwächen und Hemmnisse zu verändern und weiterhin richtige Rahmenbedingungen gerade für Mittelstand und Handwerk zu schaffen. Beide Bereiche sorgten für rund zwei Drittel aller Arbeitsplätze in Europa. Die junge Generation kennt nur ein Europa ohne Grenzen Im Paderborner Kreistag haben die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen eine gemeinsame Erklärung eingebracht, in der sie zur Wahl aufrufen. Die Fraktionen setzen sich geschlossen für ein vereintes Europa und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der EU ein. Diese sei für ein Zusammenleben im Frieden und Wohlstand in Kreis Paderborn mit seinen zehn Kommunen unverzichtbar. Wichtig: Die Exportquote des Kreises Paderborn von 33 Prozent geht zu zwei Dritteln in die 28 EU-Länder. Einen gemeinsamen Aufruf gibt es von den Nachwuchsorganisationen der SPD und Grünen. Jusos und Grüne Jugend haben dafür ein Video aufgenommen, in dem ihre Freunde und Bekannten aus anderen EU-Ländern fordern, für Europa zu wählen. Jusos und Grüne Jugend betonen, dass sie einer europäischen Generation angehören, die aufgewachsen sei mit offenen Grenzen, Austauschprogrammen in Schulen und Unis, internationalen Freundschaften und spontanen Reisen über Ländergrenzen – meistens auch ohne Währungstausch – hinweg. Auch die Religionen werben für Europa Ebenfalls zusammen appellieren die evangelische und katholische Kirche sowie der Rat der Muslime (Schura) in Paderborn, wählen zu gehen. In Europa lebten Menschen vieler unterschiedlicher Kulturen, Sprachen und Religionen friedlich zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien frühere Feinde zu einem beispielhaften Projekt von Frieden und Versöhnung geworden. Toleranz und Freiheit, Respekt und Vielfalt seien gewachsen und erhaltenswert. Diese Herausforderungen könnten nur gemeinsam bewältigt werden. Das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn, Laienvertretung der Katholiken, betont die Verantwortung der Christen für den Zusammenhalt. Eine plurale, multinationale Gesellschaft sei keine Gefahr, sondern eine bereichernde Herausforderung. Es geht auch ums Klima Der Integrationsrat der Stadt Paderborn ruft insbesondere auch EU-Bürger sowie Eingebürgerte zur Teilnahme an der Wahl auf. Es gelte, Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität, Toleranz, Vielfalt und individuelle Freiheit, für die die EU stehe, zu verteidigen und zu festigen. So sei eine humane Einwanderungspolitik und die Wahrung der Menschenrechte auch für Flüchtlinge und andere Menschen mit Migrationshintergrund möglich. Speziell ums Klima geht es der infolge der „Fridays for Future"-Demonstrationen in Paderborn entstandenen Gruppe Parents for Future. So sollten nur Parteien gewählt werden, die Maßnahmen planten, um den Klimawandel zu stoppen. Da Politiker letztlich nur Forderungen umsetzen könnten, die von einer breiten Mehrheit getragen werden, müssten alle bereit sein, nachhaltiger zu leben.

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