Aufstieg geschafft: Die SCP-Fans feiern ihre Spieler in der Paderborner Innenstadt. - © Besim Mazhiqi
Aufstieg geschafft: Die SCP-Fans feiern ihre Spieler in der Paderborner Innenstadt. | © Besim Mazhiqi

Paderborn Ab in die 1. Liga: Der SCP steigt auf und Paderborn feiert

Herzschlagfinale: Hunderte verfolgen das letzte Spiel ihrer Mannschaft in den Sportkneipen der Stadt. Beim erlösenden Schlusspfiff wird vorm Hemingway’s ausgerechnet Herbert Grönemeyers „Bochum“ gespielt

Svenja Ludwig
20.05.2019 | Stand 20.05.2019, 17:50 Uhr |

Paderborn. Der SCP ist aufgestiegen – auch wenn die Mannschaft ihre Fans am Sonntag ganz schön zittern ließ. Hunderte verfolgen das Herzschlagfinale nicht nur in den Fußballkneipen, sondern auch in blau-schwarzen Menschentrauben um die Lokale herum. Die Rückkehr in die 1. Bundesliga feiern die Fans mit Autokorso und Gesängen vor dem Rathaus und in der City. Am späten Abend empfingen dann noch einige hundert Fans die Mannschaft am Flughafen Paderborn/Lippstadt. 15 Uhr: Die Fans haben sich in Schale geschmissen. Blau-Schwarze Trikots und Schals bestimmen das Bild. „Man merkt den Fan-Support", sagt Katharina Jungmichel. „Alle sind rausgekommen in die Kneipen." Das Fußballfieber in der Stadt begeistert auch Tom Schauer: „Die Paderborn-Flagge ist in der Stadt allgegenwärtig." Anpfiff: Paderborn glaubt an den Aufstieg. „So sicher wie ein Gefühl sein kann", sagt Jörg Eilbracht, der das Dresden-Match im Globetrotter schaut. „Man muss die Vorzeichen beachten", stimmt Begleiterin Gabi Thanbichler zu: „Vor fünf Jahren sind wir genau in dieser Konstellation aufgestiegen, der 1. FC Köln als Erster, wir als Zweiter." Anpfiff: Jubel, als Philipp Klement in der 10. Minute das Dresdner Tor trifft. Acht Minuten später die Ernüchterung: Dresden gleicht aus. Und dreht das Spiel. Jetzt schauen die Fans mit einem Auge auf den großen Bildschirm, mit dem anderen aufs Smartphone. Für Conny Wieber, Marion Runschke und Tanja Dresselhaus ist im Deutschen Haus noch alles in Ordnung: „Weil Bochum gegen Union führt." Allerdings fällt auf, dass ihr SCP ausgerechnet jetzt schwächelt. Vielleicht seien die Spieler aufgeregt – „es geht ja um was". Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von SC Paderborn 07 (@scp07_official) am Mai 19, 2019 um 8:37 PDT Schlussphase: Die Ausgangslage war perfekt, der direkte Aufstieg in der eigenen Hand – und trotzdem kommt’s zum Herzschlagfinale. Der vielleicht emotionalste SCP-Fan heißt Ansgar Hecker. Bei Hemingway’s am Kamp leidet und fiebert er unter vollem Körpereinsatz mit. Er rauft sich die Haare, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Dresden führt uneinholbar 3:1. Bei Hemingway’s läuft mittlerweile Bochum gegen Union. Es steht 2:2 – das würde so gerade für den SCP-Aufstieg reichen. Als der erlösende Schlusspfiff fällt, bricht Ansgar Hecker in Tränen aus: „Ich glaube, nur die Geburt meines Sohnes Tammo-Liborius war schöner als das hier." Party: Nach dem erlösenden Jubel bedanken sich die Paderborner mit „VfL"-Sprechchören und Herbert Grönemeyers „Bochum" für die Schützenhilfe aus dem Ruhrpott. Dann wird der SCP in der ganzen City gefeiert. Manche Fans greifen gar nach den Sternen. Neben „Paderborn"- und „Nie mehr 2. Liga"-Gesängen skandieren einige Blau-Schwarze vor dem Zeitgeist: „Deutscher Meister wird nur der SCP". Ein Dutzend Fans erobert derweil den Brunnen vorm Rathaus. „Wir sind 20.000", grölen sie und feiern ihr Team. Parallel ist das Westerntor ebenfalls fest in Fan-Hand. Dort, wo die Finger ohnehin locker auf der Autohupe liegen, findet ein Hupkonzert statt. Die Fans halten Fahnen und Schals aus den Autos und umkurven die City. In den späten Stunden des Sonntagabends erreichte die Mannschaft dann per Charterflug den Flughafen Paderborn/Lippstadt. Dort hatten einige hundert Fans ausgeharrt und bejubelten die Helden der Saison bei ihrer Ankunft.

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