0
Die verschiedenen Blühpflanzen sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen. - © Pixabay
Die verschiedenen Blühpflanzen sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen. | © Pixabay

Paderborn Paderborn will Insekten mit Blühstreifen an Äckern locken

Auf städtischen landwirtschaftlichen Grundstücken sollen die Pächter auch Lerchenfenster anlegen.

Sabine Kauke
10.05.2019 | Stand 10.05.2019, 12:04 Uhr

Paderborn. Das Bienensterben ist in aller Munde. Auch in Paderborn ist die biologische Vielfalt durch zunehmende Schadstoffbelastungen und Klimaveränderungen immer stärker gefährdet. Um natürliche Lebensräume zu erhalten und Flora und Fauna zu stärken, sollen nun Blühstreifen und Lerchenfenster auf städtischen landwirtschaftlichen Grundstücken entstehen. Dazu will die Stadt ihre aktuell 83 Pächter verpflichten. Blühstreifen dienen vielen Insekten und anderen Wildtieren als wichtige Nahrungsquellen sowie als Lebens- und Rückzugsräume. Vor allem Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge laben sich dort. Die Pflanzensamen sind Nahrung für viele Vögel, und andere Kleintiere nutzen die Fläche zum Leben und Nisten, finden dort Deckung vor Greifvögeln. Diese eigens angelegten Flächen fördern die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Lerchenfenster sind lichte Flächen in Getreide-, aber auch in Mais- oder Rapsfeldern. Hier findet die Feldlerche, die wie die Bienen inzwischen als gefährdete Art gilt, genügend Futter und vor allem passende Lande- und Brutplätze. Denn sie brüten auf dem Boden an lichten Stellen, die sie immer seltener finden. Wer Blühstreifen anlegt, zahlt weniger Pacht Eine Gesamtfläche von knapp 400 Hektar, aufgeteilt auf 226 Grundstücke, hat die Stadt aktuell an die Pächter beziehungsweise Landwirte vergeben. Auf landwirtschaftlichen Ackerflächen, die mindestens 1 Hektar groß sind, sollen 6 Meter breite Blühstreifen entlang von Wirtschaftswegen, Gehölz- oder Uferrandstreifen angelegt werden. Auf Flächen mit mehr als 5 Hektar sollen die Blühstreifen 9 Meter breit sein. Zwei Lerchenfenster in einer Größe von jeweils 20 Quadratmeter pro Hektar sind auf den landwirtschaftlichen Flächen vorgesehen, die nicht von Maßnahmen der Biodiversität betroffen sind. Wer Blühstreifen anlegen muss, soll für diese Fläche künftig 8 Cent pro Quadratmeter weniger Pacht zahlen. Für die Lerchenfenster gibt es keinen Nachlass. Um die Verpflichtungen und damit die Maßnahmen zeitnah umsetzen zu können, sollen nun die aktuellen Pachtverträge gekündigt und neue Verträge geschlossen werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, den Pachtzins auf ein neues Berechnungsmodell umzustellen, das ihn an die Ertragskraft des landwirtschaftlichen Grundstücks koppelt. Das werde „zu einer leichten beziehungsweise moderaten Erhöhung führen", heißt es in der vom bienenzüchtenden Bürgermeister Michael Dreier unterzeichneten Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss. Der entscheidet bei seiner Sitzung am 14. Mai über diese Vorschläge.

realisiert durch evolver group