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Es grünt so grün: Doch einige der Linden im Bereich der Steinmauer könnten dem Stadthaus-Neubau zum Opfer fallen. - © Hans-Hermann Igges
Es grünt so grün: Doch einige der Linden im Bereich der Steinmauer könnten dem Stadthaus-Neubau zum Opfer fallen. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Streit um die Paderborner Marienplatz-Linden geht weiter

Die Stadt und die Pfarrgemeinde St. Liborius suchen in Gesprächen nach einer Lösung

Birger Berbüsse
03.05.2019 | Stand 02.05.2019, 19:50 Uhr

Paderborn. Die mögliche Fällung der Linden am Paderborner Marienplatz erregt die Gemüter. Die zwölf Bäume könnten der Planung für das neue Stadthaus zum Opfer fallen. Eine besondere Rolle fällt dabei in der aktuellen Diskussion der Pfarrgemeinde St. Liborius zu, da sie Eigentümerin des Platzes ist. So will Tier- und Naturschützerin Brigitta Brockmann wissen, wie weit die Kirchengemeinde in die Planungen im Vorfeld einbezogen war. "Gibt es den erforderlichen Beschluss des Gemeinderates" schreibt sie in einem Leserbrief an die Neue Westfälische. Außerdem weist sie darauf hin, dass in der Beschlussfassung des Stadtrates zum Neubau des Stadthauses der erforderliche Hinweis gefehlt habe, dass der Plan nur vorbehaltlich der Zustimmung der Kirche verabschiedet wurde. Hoffen auf eine gemeinsame Lösung Von St. Liborius gibt es zu diesen Fragen derzeit keine öffentliche Stellungnahme. "Ich kann nur bestätigen, was ich bereits im Rathaus bei der öffentlichen Informationsveranstaltung gesagt habe: Wir sind in Gesprächen mit der Stadt", teilte Dechant Benedikt Fischer auf Anfrage mit. Diese Gespräche würden auch intensiv fortgeführt. Das bestätigt die Stadt gegenüber nw.de. "Wir gehen davon aus, dass es gelingen wird, gemeinsam mit der Kirche eine Lösung zu finden", heißt es aus der Pressestelle. Weitere Auskünfte zu den Inhalten gibt es jedoch mit Verweis auf die noch laufenden Gespräche auch von dort nicht. Das sagen die großen Ratsparteien Etwas auskunftsfreudiger geben sich die Fraktionschefs der beiden großen Ratsparteien. Sowohl Markus Mertens (CDU) als auch Franz-Josef Henze (SPD) betonen, dass in den Sitzungen des Preisgerichts stets ein Vertreter von St. Liborius dabei gewesen wäre. "Da habe ich keine Kritik oder Bedenken gehört", sagt Henze. Mitte April hatte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke im Bauausschuss erklärt, dass schon der damalige Auslobungstext für den Architektenwettbewerb mit der Gemeinde abgestimmt worden sei. Franz-Josef Henze verspricht, die nun geäußerten Sorgen ernst zu nehmen und zu thematisieren. "Ob man auf alle Wünsche eingehen kann, lasse ich mal offen", so der SPD-Politiker, der am Ende des Prozesses eine Kompromisslösung erwartet. Den Ergebnissen des ersten Projektbeirat-Treffens am Mittwoch, 8. Mai, wolle er jedoch nicht vorgreifen. Auch CDU-Mann Mertens will den Verlauf der Gespräche abwarten und geht davon aus, dass man bei der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 23. Mai, schon mehr wisse.

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