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Ehrung: Anne Kersting inmitten von Michael Dreier (v.l.), Uwe Seibel und Stefan Genth. - © Birger Berbüsse
Ehrung: Anne Kersting inmitten von Michael Dreier (v.l.), Uwe Seibel und Stefan Genth. | © Birger Berbüsse

Paderborn Wie der Handel in Paderborn digitaler werden könnte

Die Werbegemeinschaft erarbeitet aktuell neue Konzepte

Birger Berbüsse
30.04.2019 | Stand 30.04.2019, 14:09 Uhr

Paderborn. Im vergangenen Jahr verlieh sie diese Ehre noch selber, nun ist Anne Kersting selbst Trägerin der goldenen Ehrennadel der Paderborner Werbegemeinschaft. Damit reiht sich die Ehrenvorsitzende in eine illustre und exklusive Liste ein, schließlich ist sie erst die vierte Domstädterin, die die Nadel am Jackett beziehungsweise an der Bluse trägt. Vor ihr wurde diese Ehre nur ihrem Vorgänger Klaus Bruns, Unternehmer Ferdinand Klingenthal und dem Kulturschaffenden Manfred Schlaffer zu Teil. Anne Kersting, die kürzlich den Vorstand an Uwe Seibel weiter gereicht hatte, wurde für ihr 25-jähriges Wirken an der Spitze ausgezeichnet. Sie habe "mit ihren vielen Ideen das Wirken der Kaufmannschaft maßgeblich mitgestaltet", so Bürgermeister Michael Dreier in seiner Laudatio auf dem VIP-Abend der Werbegemeinschaft im Rathaus. Dabei sei es ihr mit ihrer unvergleichlichen Art gelungen, die Händler zusammenzuhalten, und habe es geschafft, dass in Paderborn alle an einem Strang ziehen. "Paderborn ist stolz, eine besondere Frau wie Dich in der Stadt zu haben", sagte Dreier. Ein Appell an die Politik Eine Stadt, deren Handel sich wie in anderen Orten auch den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung stellen muss. Zu diesem Thema referierte mit Stefan Genth ein wahrer Experte, ist er doch Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). In seinem Vortrag sprach er von einem wachsenden Druck gerade für mittelständische Unternehmen. Da der Handel stark innenstadtgeprägt sei, brauche des klare ordnungspolitische Leitlinien. Genth forderte unter anderem eine Reform der Gewerbesteuer, neue Verkehrskonzepte, Bürokratie-Abbau und eine flächendeckende digitale Infrastruktur. Denn wer online präsent ist, dem geht es auch besser, wie der HDE-Geschäftsführer aufzeigte: Sogenannte Multichannel-Unternehmen, die also beide Vertriebskanäle nutzen, haben demnach deutlich positivere Umsatzerwartungen als rein stationäre Händler. Genths Schlussfolgerung: "Händler müssen online präsent sein." Erste Paderborner Konzepte Er nannte aber auch andere Beispiele, wie Händler digital auf neues Kundenverhalten reagieren. Dazu gehörten etwa die Nutzung von Künstlicher Intelligenz, elektronische Preisetiketten, Platzierungs-Apps und eine Digitalisierung des Bezahl-Prozesses. Auch die Händler in Paderborn beschäftigen sich mit dem Thema, betonte Werbegemeinschafts-Vorsitzender Uwe Seibel. Dabei gehe es aber nicht darum, Online-Shops aufzubauen, sondern Frequenz in die Innenstadt zu bekommen. "Wir erarbeiten aktuell Konzepte mit und für den Handel", so Seibel. Dazu gehört unter anderem eine App, die mehr über das Kundenverhalten verraten soll, wie auch ein digitales Gutscheinsystem.

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