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Digital-Technologietag bei Diebold Nixdorf: v. l. Ulrich Näher (Vorsitzender des Vortandes Diebold Nixdorf AG), Michael Schild (Betriebsratsvorsitzender), Carmelo Zanghi (1. Bevollmächtigter der IG Metall Paderborn), Wolfgang Nettelsroth (IG Metall Bezirksleitung NRW), Michael Schönbeck (Direktor Werk Paderborn) und Klaus Jansen (it's OWL). - © Hans-Hermann Igges
Digital-Technologietag bei Diebold Nixdorf: v. l. Ulrich Näher (Vorsitzender des Vortandes Diebold Nixdorf AG), Michael Schild (Betriebsratsvorsitzender), Carmelo Zanghi (1. Bevollmächtigter der IG Metall Paderborn), Wolfgang Nettelsroth (IG Metall Bezirksleitung NRW), Michael Schönbeck (Direktor Werk Paderborn) und Klaus Jansen (it's OWL). | © Hans-Hermann Igges

Paderborn IG-Metall informiert bei Diebold Nixdorf über die digitalisierte Arbeitswelt

Betriebsrat und IG Metall werben mit Technologietag für die Chancen durch die Digitalisierung. Das soll Nachahmer auf den Plan rufen

Hans-Hermann Igges
12.04.2019 | Stand 12.04.2019, 16:10 Uhr

Paderborn. Die Prognosen sind deutlich: Jeder achte Arbeitsplatz soll in den nächsten fünf Jahren vom technologischen Wandel im Zeichen der Digitalisierung betroffen sein. Davon geht die Industriegewerkschaft Metall aus und rechnet allein für ihre Bereiche in Ostwestfalen-Lippe damit, dass 20.000 Menschen grundlegend andere Tätigkeiten verrichten werden - Aussichten, die durchaus verunsichern können. Auch Mitarbeiter in Firmen wie Diebold Nixdorf in Paderborn, die schon immer mit und vom technologischen Wandel gelebt haben. Wie wichtig Mitarbeitervertreter und Geschäftsleitung nun aber die Einstellung der Beschäftigten zum bevorstehenden Wandel nehmen, zeigte jetzt ein ungewohntes Bild vor dem Haupteingang und im Foyerbereich am Heinz-Nixdorf-Ring 1: Dort sah es aus, als hätte die Gewerkschaft den Betrieb übernommen. Dabei organisierten Betriebsrat und IG Metall mit Unterstützung der Betriebsleitung einen Digital-Technologietag. Die Botschaft: Digitalisierung bietet jede Menge Chancen. Ob in Form von Virtual-Reality-Brillen oder "intelligenter" Pflegebetten im privaten Bereich oder als Weiterbildungsangebot und digitale Lösung für die Arbeitswelt. Als Aussteller fungierten unter anderen neben den Spezialisten der IG Metall für die neuen digitalen Arbeitswelten auch Technologienetzwerke wie it's OWL, das Fraunhofer IEM Paderborn, die Technische Hochschule OWL mit dem Institut für Wirtschaftsdialog und der Berufliche Weiterbildungsverbund Bielefeld (BWB). Veränderung der Arbeitsplätze Weitere Botschaft, die mit der Aktion verbunden ist: Die Diebold Nixdorf AG setzt auf Paderborn als technologischen Leitstandort - und auf die Mitarbeiter dort. Vorstandsvorsitzender Ulrich Näher: "Deswegen geht es uns hier in Paderborn auch nicht um einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen, sondern um ihre Veränderung. Wir brauchen Mitarbeiter, die sich fortbilden, um den komplexer werdenden Anforderungen gerecht zu werden." Die Bereitschaft zur Veränderung sei da, das habe man bei den Mitarbeitern abgefragt, sagt der Betriebsratsvositzende Michael Schild und fügt hinzu: "Und diese Bereitschaft wollen wir mit diesem Technologietag unterstützten." Kräftig unterstützt wird der Betriebsrat dabei von der IG Metall. Die wiederum ist zentraler Partner beim Projekt Arbeit 4.0 von it's OWL, bei dem es darum geht, die Arbeitswelt im Dialog mit Betriebsrat und Belegschaft zu gestalten. Carmelo Zanghi, Erster Bevollmächtigter im Bezirk Paderborn: "Es ist wichtig, die Veränderungen schon frühzeitig zu durchleben, bevor plötzlich alles ganz schnell gehen muss." Damit spielt Zanghi auf die Projekte im Hause Diebold Nixdorf mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen an. Zanghi lobt: "Das hat hier auch die Unternehmensleitung schon früh erkannt. So etwas würde ich mir für viele andere Betriebe auch wünschen. Schließlich haben wir hier mit den Unis und den Instituten die Infrastruktur dafür." Tatsächlich hätten diese Projekte denn auch im Hause Diebold Nixdorf bereits dazu beigetragen, die Furcht vor einem Jobverlust auf Grund der Digitalisierung zu verringern, sagt Wolfgang Nettelstroh aus der Bezirksleitung NRW der IG Metall. Im Rheinland zum Beispiel sei das zum Teil noch ganz anders als in Ostwestfalen.

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