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Protest mit Transparent: (v. l.) Heidi Buhr (Pro Grün), Thomas Hüvelmeier (Naturwissenschaftlicher Verein), Fritz Buhr und Danny Schmitz (BUND). - © Naturschutzverbände
Protest mit Transparent: (v. l.) Heidi Buhr (Pro Grün), Thomas Hüvelmeier (Naturwissenschaftlicher Verein), Fritz Buhr und Danny Schmitz (BUND). | © Naturschutzverbände

Paderborn Naturschützer sammeln über 600 Unterschriften für Marienplatz-Linden

Die Pläne der Stadt Paderborn stoßen bei den Bürgern auf Unverständnis und Bestürzung. Eine zentrale Rolle spielt die Kirche

08.04.2019 | Stand 07.04.2019, 17:06 Uhr

Paderborn. Schon eine Stunde bevor die Stadt und die Planer im Rathaus die Pläne zum Neubau der Paderborner Stadtverwaltung vorstellten und dabei auf reichlich Widerspruch stießen, sammelten die Paderborner Naturschutzverbände Unterschriften gegen das Abholzen der Linden rund um den Marienplatz. „Die Unterschriftensammlung ergab in knapp drei Stunden 633 Unterschriften gegen die Fällung. Bei keiner ihrer vielen Unterschriftensammlungen haben die Verbände in so kurzer Zeit auch nur annähernd so viele Unterschriften sammeln können", bilanziert Fritz Buhr, Sprecher der Verbände, die Aktion. "Warum denn bloß?" Dass die Linden gefällt werden sollen, sei bei vielen Passanten auf Unverständnis und Bestürzung gestoßen. „Warum denn bloß?" und „Wer ist dafür verantwortlich?" lauteten die spontanen Fragen. Die Initiatoren der Unterschriftenaktion lassen keinen Zweifel daran, dass es diese Diskussion um den Erhalt der Bäume gar nicht hätte geben müssen, wenn die Stadt Paderborn in ihrer Ausschreibung den Erhalt der Linden als Vorgabe für die Planung festgeschrieben hätte. „In der Ausschreibung wurde zunächst betont, wie wichtig und erhaltenswert diese Linden seien, im Nachsatz hieß es aber gleich, die Schonung der Bäume sei ,kein Muss’. Damit hat die Stadt den Planern einen Freibrief erteilt", ist Buhr überzeugt. "Der Marienplatz ist mehr als nur ein Platz" Durchweg hätten die Bürger, die ihre Unterschrift leisteten, angegeben, dass sie erst durch die Ankündigung der Aktion durch die Naturschützer auf die geplanten Fällungen aufmerksam geworden seien. „Die Stadt hätte mit dieser Information im Vorfeld offensiver umgehen sollen, um die Öffentlichkeitsmeinung rechtzeitig auszuloten", meint Buhr und ergänzt: „Der Marienplatz ist mehr als nur ein Platz, er ist das Herzstück von Paderborn. Die idyllische Einheit aus Bäumen, Denkmal und Rondell ohne zwingenden Grund zu zerstören, empfinden nicht nur Naturschützer, sondern auch viele Bürger als frevelhaft." Deswegen appellieren die Umweltverbände an den Bauausschuss, von der vorgesehenen Planung für den Marienplatz Abstand zu nehmen und erklären: „In Zeiten, in denen wöchentlich viele tausende von Jugendlichen gegen den Klimawandel protestieren, fällen wir für ein Verwaltungsgebäude die letzten großen Laubbäume im Stadtzentrum, die uns Schutz bieten können in den immer zahlreicher werdenden Hitzetagen." Das letzte Wort hätten dabei der Paderborner Dechant Benedikt Fischer und der Kirchenvorstand der Gemeinde St. Liborius, die Eigentümerin des Platzes ist, betonen die Naturschutzverbände: „Wir erwarten, dass die Kirche die historische Stätte mit ihrer herausragenden historischen, kulturellen und religiösen Bedeutung mit den symbolischen zwölf Linden um die Mariensäule für die Bürger erhält und daher ihre Zustimmung zur Fällung der alten Bäume versagt."

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