Das Finke-Möbelhaus in Paderborn soll durch ein Höffner-Haus ersetzt werden. - © Marc Köppelmann
Das Finke-Möbelhaus in Paderborn soll durch ein Höffner-Haus ersetzt werden. | © Marc Köppelmann

Paderborn Finke-Neubau: Für Paderborn lässt der Höffner-Chef sogar Düsseldorf warten

So steht es um Kurt Kriegers Projekte am Rhein, in Bremen und in Kiel

Birger Berbüsse
27.03.2019 | Stand 27.03.2019, 16:21 Uhr

Paderborn. Erst soll das bestehende Finke-Möbelhaus abgerissen werden, dann soll auf dem Grundstück ein Neubau unter der Marke Höffner entstehen: Diese Pläne enthüllte der Aufkäufer der alten Finke-Gruppe und Höffner-Inhaber Kurt Krieger Mitte März. Mittlerweile hat es ein erstes Arbeitstreffen zwischen Vertretern der Unternehmensgruppe und der Stadtverwaltung gegeben. 60 Millionen Euro sollen investiert werden, bis zu 350 Jobs könnten laut Höffner-Mitteilung entstehen. Das neue Möbelhaus wird vermutlich baulich anders ausgerichtet: Der Haupteingang dürfte sich dann auf der Seite des Parkplatzes befinden. Der genaue Zeitplan für den Neubau mit einer Verkaufsfläche von 40.000 Quadratmetern hängt vom Genehmigungsverfahren ab, im Raum steht aber auch das Jahr 2020. Diese Zahl soll auf der Betriebsversammlung vor zwei Wochen genannt worden sein. Langer Atem bei Projekten In der Vergangenheit hat Kurt Krieger hingegen meist einen langen Atem bewiesen. Manches Projekt zog sich mehr als zehn Jahre hin, nachdem er ein Areal erworben hatte. In Düsseldorf, Bremen und Kiel herrscht aktuell Stillstand beziehungsweise Unklarheit über die dortigen Pläne für ein Möbelhaus. In der NRW-Landeshauptstadt hatte Krieger jahrelang versucht, mit einem Standort Fuß zu fassen. Im September hatte Krieger dann seine Pläne für zwei Jahre auf Eis gelegt. Das dauerte der Stadt offenbar zu lange. Sie stoppte alle Pläne für den Möbelhandel an der Theodorstraße und begründete dies mit der "fehlenden Investitionsbereitschaft". Diesem Argument widersprach Krieger einem Bericht der Westdeutschen Zeitung nach vehement. Nachdem er lange für den Standort gekämpft habe, wolle er auch daran festhalten. Die Finke-Übernahme ist schuld Demnach begründete er sein Zögern damit, dass er erst die Finke-Übernahme abwickeln müsse. Er habe die Verwaltung um ein Gespräch Ende März oder Anfang April gebeten. Wegen der offenbar fehlenden Rücksprache mit dem Investor kritisierten die Bezirkspolitiker einstimmig das Vorgehen der Verwaltung. Sie wollen an den Möbelhaus-Plänen festhalten. Entschieden wird über die Vorlage im Planungsauschuss am 27. März. Gewartet wird auch in Bremen. Dort hatte Kurt Krieger 2018 eigentlich einen Höffner-Markt bauen wollen. Doch scheinbar habe der Konzern das 100-Millionen-Euro-Vorhaben auf Eis gelegt, schreibt der Weser Report. Zwischen dem Unternehmen und den Behörden herrsche wohl Funkstille, seit Höffner seinen Entwurf aufgrund neuer Anforderungen habe ändern müssen. Neue Pläne seien aber nicht eingereicht worden. Das Blatt spekuliert, dass die Expansion des Konkurrenten XXXLutz die Berliner verschreckt habe. Flaggenwechsel in Kiel Gegenwind schlägt Krieger auch in Kiel entgegen. Dort will er 2020 mit dem Bau für sein neues Höffner-Möbelhaus beginnen. Wie die Kieler Nachrichten schreiben, habe der Konzernchef dies in einem Brief an Oberbürgermeister Ulf Kämpfer versichert. Der hatte zuvor um eine schriftliche Klarstellung gebeten, da sich das 60-Millionen-Euro-Projekt wiederholt verzögert hätte. Für Kritik und Irritation sorgte demnach auch, dass ursprünglich ein Möbel-Kraft-Markt angekündigt war, bevor Krieger dann seine Pläne änderte. Nicht immer läuft alles so, wie der Macher aus Berlin sich das vorstellt. In Duisburg erwarb er ein Areal, kündigte dort ein Möbelhaus an. Dann wollte er jedoch lieber ein Designer Outlet Center bauen. Das aber wurde per Bürgerentscheid gestoppt. Und in Paderborn? Laut Mitteilung hat Krieger den Markt genau analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ein modernes Möbelhaus in Paderborn sehr gut funktionieren kann. Der Standort sei etabliert und gut geeignet. Und den Mitbewerbern auf dem umkämpften Möbelmarkt will er das Feld ganz sicher nicht überlassen.

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