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Frühzeitige Information: Die Volksbanken stellen Anfang April ihr IT-System um. An den Automaten gibt’s dann kein Bares. - © Birger Berbüsse
Frühzeitige Information: Die Volksbanken stellen Anfang April ihr IT-System um. An den Automaten gibt’s dann kein Bares. | © Birger Berbüsse

Paderborn Online-Banking und Automaten: Bei Volksbanken geht ab heute nichts mehr

Die Geldinstitute nehmen vom 5. bis 8. April eine unvermeidliche Systemumstellung vor. Dann erwartet die Kunden beim Zahlungsverkehr erhebliche Einschränkungen.

Hartmut Kleimann
05.04.2019 | Stand 05.04.2019, 09:54 Uhr

Paderborn. Banken lassen schon seit geraumer Zeit nichts unversucht, die Kunden mehr und mehr zum bargeldlosen Handeln und zum Onlinebanking zu erziehen. Im Internet muss der Bürger immer öfter selbst die bisherigen Serviceleistungen solcher Einrichtungen übernehmen. Offensichtlich mit Erfolg, denn immer häufiger erwischt man sich selbst dabei, dass man nur noch sehr wenig Bargeld dabei hat und selbst kleine Beträge im Supermarkt mit der Bankkarte bezahlt werden. Diese Märkte sind mittlerweile auch schon zum Gelddienstleister mutiert, weil beim Hinweis Kartenzahlung immer häufiger die Nachfrage kommt, ob man auch noch Bargeld abheben wolle. Nun aber erwartet die Volksbank-Kunden im April ein Wochenende, an dem das Wort Bargeld wieder groß geschrieben wird. Durch die Fusion der beiden IT-Dienstleister DAG und Fiducia im Jahr 2015 wird nur noch ein Bankensystem angeboten. Die Geldinstitute, die dieses System noch nicht haben, werden am Wochenende 5. bis 8. April darauf umgestellt. Wenige Bankstandorte nicht betroffen Darüber haben die Volksbanken in einem ersten Anschreiben ihre Kunden per Post informiert. Dem Schreiben beigefügt ist ein Flyer, den sich die Kunden genau durchlesen sollten, denn die Einschränkungen sind erstaunlicherweise von Bank zu Bank doch unterschiedlich. Betroffen sind die Verbundvolksbank OWL, die Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten, Elsen-Wewer-Borchen, die Volksbank Delbrück-Hövelhof, zu der auch die Volksbank Westerloh-Westerwiehe gehört und die VR-Bank Südniedersachsen. Nicht betroffen sind die Volksbanken in Schlangen und die in Westenholz. Die Erstgenannte hat bereits umgestellt, die andere wird diesen Schritt im September vollziehen. Bei den betroffenen Instituten wird es von Freitag, 5. April, 12 Uhr, bis Montag, 8. April, 8 Uhr zu technischen Einschränkungen kommen. Dann stehen die SB-Geräte und Geldautomaten nicht zur Verfügung, auch das Online-Banking ist in diesem Zeitraum nicht möglich. Detaillierte Informationen zu der Umstellung können die Kunden auch auf den jeweiligen Online-Auftritten ihrer Bank einsehen. „Unser Ziel ist es, dass alle unsere Kunden über den Vorgang informiert sind", sagt dazu Christian Vormbrock, Referent der Unternehmenskommunikation in Paderborn. Dabei belassen es die Banken nicht bei diesem ersten Anschreiben. Es werden in der Woche vor dem Count Down auch Radiospots geschaltet, bereits jetzt weisen in den Filialen auch Plakate auf die Umstellung hin. Ebenso gilt der Ratschlag: „Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich für das genannte Wochenende mit ausreichend Bargeld eindecken", sagt Vormbrock. Eine weitere Möglichkeit, unliebsamen Diskussionen an den Kassen aus dem Weg zu gehen, kann das Nutzen der Kreditkarte sein. Die besitzt allerdings längst nicht jeder. Und Vorsicht: Beim Einsatz dieser Karte bei anderen Bankunternehmen können Gebühren fällig werden. Vorgänge beim Online-Banking rechtzeitig erledigen Die ersten Reaktionen auf die Anschreiben beschreibt der Unternehmenssprecher als „durchweg positiver Natur". Statt Kritik seien es in erster Linie Nachfragen. Die Volksbank Delbrück-Hövelhof bietet ihren Kunden zudem auch einen SMS-Service an. Wer dort also seine Handynummer preis gibt, wird dann per Kurzmitteilung auf das Handy darüber informiert, wann das Bankengeschäft wieder uneingeschränkt möglich sind. Dieses Angebot jedoch macht das Institut in der Kreisstadt nicht. Ganz genau hinschauen sollten vor allem die Personen, die ihre Bankgeschäfte schon komplett online erledigen. „Die sollten sich rechtzeitig auf den Seiten der Volksbanken im Internet darüber informieren, ob sie nach dem System-Update nötige Anpassungen für ihre Anwendungen vornehmen müssen", rat Vormbrock. Dieser Hinweis gehört auch zum Inhalt des ersten Anschreibens. Und auch eine Uhrzeit sollten sich die Volksbank-Kunden merken, denn am Umstellungswochenende schließen die Filialen am Freitag, 5. April, bereits um 12 Uhr. Die Banken sorgen also mit jeder Menge Information für alle Eventualitäten vor. Trotzdem aber wird es an dem besagten Wochenende den einen oder anderen Bürger geben, der all diese Informationen schon wieder verdrängt hat. Spätestens, wenn er nach der zehnten Runde Pils in seinem Portemonnaie die absolute Ebbe erkennt und der Bankautomat nebenan seinen Dienst verweigert, sollte ein guter Freund nicht weit sein. Oder der Wirt lässt sich auf einen Deckel ein.

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