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Dejan Kovacevic (l.) und Patrick Oswald beim Training mit ihren Tretrollern. Mit diesen fahrbaren Untersätzen starten sie am Donnerstag eine Tour quer durch Amerika. - © Hartmut Kleimann
Dejan Kovacevic (l.) und Patrick Oswald beim Training mit ihren Tretrollern. Mit diesen fahrbaren Untersätzen starten sie am Donnerstag eine Tour quer durch Amerika. | © Hartmut Kleimann

Salzkotten/USA Verrückte Rollertour von Küste zu Küste quer durch die USA

Der Salzkottener Patrick Oswald und sein Kumpel Dejan Kovacevic starten am Donnerstag zu einer abenteuerlichen Tour mit dem Tretroller quer durch Amerika.

Hartmut Kleimann
27.02.2019 | Stand 27.02.2019, 18:51 Uhr |

Salzkotten/USA. Fußballtorhüter wird in der Regel nachgesagt, ein wenig schräg zu sein. Diese Beurteilungen sind aber zumeist positiver Natur. Aber auch Ausdauersportler gehören ab und an dieser Kategorie an. Für einen Zeitgenossen mit einer gehörigen Wampe ist es auch nur schwer nachvollziehbar, wie man in sechs Etappen 600 Kilometer von Nordhessen zur Zugspitze laufen kann. Oder wie man mit einem Tretroller in 27 Tagen 5.000 Kilometer quer durch Amerika zurücklegen kann. Patrick Oswald aus Salzkotten und sein Kumpel Dejan Kovacevic aus Kleingladenbach haben den Lauf im Vorjahr schon bewältigt. Am Mittwoch sitzen sie in einem Flieger, der sie im Direktflug von Frankfurt nach Miami in Florida befördert. „Den Direktflug haben wir gewählt, damit es keine bösen Überraschungen mit dem Gepäck gibt", erklärt Patrick und meint damit vor allem die beiden Zweiräder. Was im Fachjargon ein Dogscooter ist, geht herkömmlich auch als Tretroller durch. Nicht die kleine Version für coole Leute in der Innenstadt, sondern die einem Fahrrad ähnliche Maschine. Nur ohne Kurbel und Sattel, dafür mit normal großen Laufrädern und einer breiten Tretfläche. Vom Hirngespinst zum konkreten Plan Nachdem das Duo im Vorjahr den Lauf zur Zugspitze gemeistert hatte, waren bereits erste Ideen rund um ein neues Projekt aufgekommen. „Zunächst nur als eine Art Hirngespinst, dann aber schon als konkrete Geschichte", sagt Oswald. Der war sich zunächst aber gar nicht so sicher, „ob sich auch der Dejan sicher ist." Dann aber wurden relativ schnell Nägel mit Köpfen gemacht, „weil wir ja auch unseren Urlaub planen mussten." Ein weiterer Aspekt war das Klima, denn in den Staaten muss das Duo durch die Staaten Florida, Alabama, Mississippi, Louisiana, Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien und durch insgesamt vier Zeitzonen. Ein Start später im Jahr hätte auch zu hohe Temperaturen bedeutet. Jeweils nur ein Rucksack als Gepäck Ab Donnerstag liegen dann knapp 5.000 Kilometer mit 15.000 Höhenmetern vor den beiden Ausdauersportlern. Das bedeutet rund 180 Kilometer am Tag. „Wir wollen aber an den ersten Tagen eher 200 schaffen, weil der zweite Streckenteil in den Rocky Mountains sehr viel anstrengender wird", nennt Oswald den Grund. Anders als bei der Zugspitz-Tour, als es ein Begleitfahrzeug gab und zwei Personen das Duo auf dem Rad begleitet hatten, sind die zwei nun allein unterwegs. Im Rucksack nur das Notwendigste: Vier Hosen, vier T-Shirts, Unterwäsche und ein bisschen Technik, sollte an den Rollern mal etwas defekt sein. Übernachten werden Oswald und Kovacevic in Motels, die entlang der Straßen ausreichend vorhanden sind. Ihre Tour gehen sie ganz klar aus Abenteuerlust und Spaß an der Sache an, verlieren dabei aber nicht den Blick für andere, die die Hilfe ihrer Mitmenschen benötigen. Und so ist die Tour von Küste zu Küste auch eine für die gute Sache. Denn sie sammeln Spenden für den Frankfurter Verein Krebskranke Kinder. So wird Patrick Oswald bei Facebook und Instagram von unterwegs Bilder und Eindrücke posten. Wer sich das anschaut, findet dort auch einen Button und wer den betätigt, der spendet. Ziel ist nach 5.000 Kilometern Los Angeles, von wo am 26. März der Flieger zurück nach Frankfurt startet. Wer weiß, was die beiden unterwegs für ihre nächste Tor aushecken.

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