Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Archäologe Bastian Asmus mit der 43 Kilogramm schweren Glocke. - © pdp/Lena Reiher
Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Archäologe Bastian Asmus mit der 43 Kilogramm schweren Glocke. | © pdp/Lena Reiher

Paderborn Neue Glocke für die Paderborner Bartholomäuskapelle

Die Glocke wird bis August ausgestellt – danach ändert sich auch ihr Name

Paderborn. Zahlreiche Besucher verfolgten im Sommer ihren Weg vom Lehmklumpen bis zur Glocke in der lebendigen Dombauhütte im Garten des Abdinghofklosters. Jetzt ist die etwa 43 Kilogramm schwere Bienenkorbglocke für die Bartholomäuskapelle zurück in Paderborn. Bis zum 24. August wird die sogenannte Theophilusglocke im Hasenkamp des Domes zu sehen sein. Für diesen Tag, dem Patronatstag des heiligen Bartholomäus ist ihre Weihe geplant, wie das Generalvikariat mitteilt. Seit mindestens 100 Jahren, so die Schätzung des Glockensachverständigen Dechant Gerhard Best, ist der Dachreiter der Paderborner Bartholomäuskapelle leer. Dies belegen alte Fotoaufnahmen. Das sollte sich daher aus Anlass des 1.000-jährigen Jubiläums der ältesten Hallenkirche Deutschlands 2017 ändern. Von der Idee zum Guss Die Idee dabei war, eine Glocke gießen zu lassen, die im Original in der Bartholomäuskapelle hätte hängen können. Also eine romanische Glocke, die mit der Gusstechnik des 11. oder 12. Jahrhunderts gefertigt wird. An dieser Stelle kam Theophilus Presbyter ins Spiel, der im 12. Jahrhundert gelebt, und das damalige Gussverfahren ausführlich geschildert hat. Bastian Asmus, Spezialist für Archaeometallurgie und Kunstgießer, hat sich daraufhin im Sommer dieser Herausforderung angenommen. Doch die Theophilusglocke ist eine echte Paderborner Teamleistung. Der Bienenwachs für den Guss stammt von Bürgermeister Michael Dreier und der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule, die Kohle haben Paderborner Köhler zur Verfügung gestellt und Schützen der Maspern-Kompanie haben die Feuerwache gehalten. Unbekannter Stifter finanzierte die Glocke „Besonders dankbar sind wir auch dem Paderborner Stifter, der die Kosten des Gusses vollständig übernommen hat, aber unbekannt bleiben möchte, betont Dompropst Monsignore Joachim Göbel. Wenn die Glocke dann nach ihrer Weihe in den Dachreiter montiert wird, wird sie laut Generalvikariat aller Voraussicht nach nicht mehr Theophilius heißen, sondern den Patron ihres Bestimmungsortes übernehmen und zur Bartholomäus-Glocke werden. Seit vergangenem Jahr hängen auch im Domturm zwei neue Glocken, sie sind mit 13,5 Tonnen und 1.000 Kilogramm Gewicht aber eine ganz andere Gewichtsklasse.

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