Mehr als 500 Schüler demonstrierten in der Paderborner Innenstadt unter dem Motto "Fridays for Future" mit Trillerpfeifen und bunten Plakaten für den Klimaschutz. - © Kristoffer Fillies
Mehr als 500 Schüler demonstrierten in der Paderborner Innenstadt unter dem Motto "Fridays for Future" mit Trillerpfeifen und bunten Plakaten für den Klimaschutz. | © Kristoffer Fillies

Paderborn Paderborner Schüler demonstrieren erneut fürs Klima

Schüler mehrerer Schulen in Paderborn melden die nächste Protestaktion an. Bei einer weiteren Aktion soll es um Atomkraft gehen - aus gegebenem Anlass

Paderborn. Es geht weiter: Erst am vergangenen Freitag demonstrierten rund 500 Schülerinnen und Schüler gegen den Klimawandel. Jetzt steht der Termin für die nächste Demo fest. Am Freitag, 22. Februar, um 12 Uhr wollen die Organisatoren wieder durch die Straßen ziehen - und hoffen auf breite Unterstützung. An diesem Montag wird die Demo angemeldet, sagt die Elftklässlerin Katharina Müller, dann sei es offiziell. Schüler, die teilnehmen möchten, sollten rechtzeitig um eine Beurlaubung bitten. "Wir treffen uns noch vor Freitag, um restliche Details zu besprechen." Mehr als nur eine Demo Gemeinsam mit Schülern verschiedener Paderborner Schulen hatte Müller bereits die vergangene Demo ins Rollen gebracht. Zusätzlich zur nächsten Demo planen die Organisatoren weitere Aktionen. "Auf jeden Fall wollen wir am 15. März noch einmal auf die Straße gehen", betont Müller. Unterstützer der internationalen Schülerbewegung "Fridays for Future" rufen an dem Tag zu weltweiten Aktionen auf. "Vier Tage vorher jährt sich zum achten Mal die Katastrophe von Fukushima", erläutert die Schülerin. Im Gedenken an den Unfall in dem japanischen Kernkraftwerk wollen die Paderborner einen Schwerpunkt auf das Thema Atomkraft setzen. "In Deutschland gibt es ja auch noch immer Atomkraft", sagt Müller. "Besonders wir, die junge Generation, wird mit dem heute eingelagerten radioaktiven Abfall zu kämpfen haben." Um grundsätzlich auf Umweltthemen aufmerksam zu machen, will das Orga-Team um Müller auch die Umweltverbände in seine Arbeit einbeziehen. "Wir hoffen, dass sie Lust haben, für Projekte zu uns in die Schulen zu kommen", sagt Müller. Sie kritisiert zudem, dass das Thema Nachhaltigkeit zu wenig Raum im Schulunterricht fände. Stattdessen gebe es Bestrebungen, den Wirtschaftsunterricht auszuweiten: "Wir wollen ja nicht alle Bänker werden. Die Folgen des Klimawandels aber betreffen unsere gesamte Generation." Eindrücke der ersten Paderborner Klima-Demo: Mit klaren Worten positioniert Müller sich auch zur Kritik, die unter anderem der Paderborner CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Sieveke hinsichtlich der landesweiten Schülerdemos verlauten ließ. Die Teilnahme an einer solchen Demo bezeichnete er als "Schulschwänzen für besseres Weltklima". Demonstriert werden solle in der Freizeit, anstatt "wichtige Unterrichtszeit" dafür zu opfern. Dagegen wendet Müller ein: "Mit der Teilnahme an der Demo schwänzen wir nicht im eigentlichen Sinne die Schule." Vielmehr würden die Schüler Verantwortung übernehmen. "Der Klimawandel ist dringender als die Schule." Müller spricht von einem Schülerstreik: "Wenn wir der Schule fernbleiben, um zu demonstrieren, zeigen wir damit eine gewisse Macht - genau wie normale Arbeitnehmer." Verantwortlich sieht sich Müller auch für zukünftige Generationen: "Wir Schüler setzen uns ja auch mit dem auseinander, was vor 30 Jahren passiert ist. In 30 Jahren soll uns nicht die nächste Generation fragen müssen: ,Warum habt ihr damals nichts gemacht.'"

realisiert durch evolver group