Gerettet: In Erfurt und Jena bleiben die Finke-Möbelhäuser erhalten. In Jena wird daraus allerdings ein Höffner-Möbelhaus. - © Lena Henning
Gerettet: In Erfurt und Jena bleiben die Finke-Möbelhäuser erhalten. In Jena wird daraus allerdings ein Höffner-Möbelhaus. | © Lena Henning

Paderborn/Erfurt Entscheidung über letzte Finke-Standorte gefallen

Die Finke-Möbelhäuser in Erfurt und Jena bleiben erhalten. Sie sind die letzten Standorte, deren Zukunft noch offen war.

Paderborn/Erfurt. Diese Nachricht wird manchen in Paderborn mit einer Mischung aus Erleichterung und Neid zurücklassen: Die beiden Finke-Standorte in Jena und Erfurt sind von den neuen Besitzern für gerettet erklärt worden. Das bedeutet, dass beide Möbelhäuser eine Zukunft haben. Anders als das einstige Stammhaus in Paderborn, das Ende März geschlossen und später abgerissen wird. Die Krieger-Gruppe von Möbelmilliardär Kurt Krieger (Höffner) hatte die Finke-Gruppe im Herbst übernommen. Die Zukunft der beiden Thüringer Häuser war aber bis zuletzt noch ungeklärt. In Jena hat die Krieger-Gruppe ein Bauvorhaben angekündigt. Dort soll der Markt (ursprünglich eröffnet 2004) deutlich vergrößert und modernisiert werden. Im Zuge des Umbaus verschwindet allerdings der Name Finke und wird durch Höffner ersetzt. Auch das Haus in Elxleben bei Erfurt, gegründet 1993, bleibt nun erhalten. Dort befindet sich wenige hundert Meter entfernt auch ein Logistikzentrum. Als Grund für den Erhalt der Standorte nennt die Krieger-Gruppe die Einigung mit den Betriebsräten. Kurt Krieger erklärt: "Unternehmen und Betriebsräte haben Lösungen gefunden, die das Überleben von Finke möglich machen und viele Arbeitsplätze sichern." Der Zukunftsplan sei langfristig ausgelegt. 150 Mitarbeiter sind bei Finke in Thüringen beschäftigt Krieger hat den Belegschaften in allen Finke-Häusern neue Arbeitsverträge angeboten, die allerdings schlechter dotiert sind als die bisherigen. Das Einkommen hängt deutlich mehr von der erzielten Verkäufen und Provisionen ab. Das aber ist in der Möbelbranche durchaus üblich. Krieger spricht nun davon, dass die Finke-Gruppe wieder eine Zukunft haben. Er hatte aufgrund der hohen Kosten die Gruppe zuvor zum Sanierungsfall erklärt. Die rund 150 Mitarbeiter in Erfurt-Elxleben und Jena-Lobeda wurden in dieser Woche über die Einigungen informiert. Wie viele ihrer Arbeitsplätze tatsächlich erhalten bleiben, ist nicht bekannt. Firmengründer Wilfried Finke war am 15. Januar nach schwerer Krankheit gestorben. Er hatte das Paderborner Unternehmen vor wenigen Monaten an die Krieger-Gruppe veräußert.

realisiert durch evolver group