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Jan Ovelgönne, Sigrid Beer, Michael Kellner, Norika Creuzmann, Werner Jühlke, Britta Hasselmann und Carsten Birkelbach (v.l.) beim Neujahrsempfang. - © Martin Fröhlich
Jan Ovelgönne, Sigrid Beer, Michael Kellner, Norika Creuzmann, Werner Jühlke, Britta Hasselmann und Carsten Birkelbach (v.l.) beim Neujahrsempfang. | © Martin Fröhlich

Paderborn Grüne in Paderborn erleben Mitgliederzustrom

Beim Neujahrsempfang des Kreisverbands steht die Europawahl im Mittelpunkt. Und natürlich geht es auch um Fahrverbote.

Martin Fröhlich
28.01.2019 | Stand 28.01.2019, 16:45 Uhr

Paderborn. Der Blick auf Europa zählt derzeit auch für die Grünen im Kreisverband Paderborn. Im Mai steht die Europawahl an und die Grünen hoffen, auch dort stärker zur Geltung zu kommen. "Wir müssen das europäische Versprechen erneuern und die Werte der EU verteidigen", sagte der politische Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner, beim Neujahrsempfang in Paderborn. Gestärkt fühlen sich die Grünen dabei durch eine Entwicklung vor Ort: Sie gewinnen neue Mitglieder. "Seit der letzten Bundestagswahl sind wir hier um 20 Prozent gewachsen und stehen jetzt bei 260 Mitgliedern im Kreisverband", erklärten die Kreisverbandsvorsitzenden Norika Creuzmann und Carsten Birkelbach. In NRW habe man inzwischen die Marke von 15.000 passiert. "Wir erleben einen große Zustrom", sagte Michael Kellner. Die Chance auf ein historisches Ergebnis Die Grünen auf dem Weg zur großen Volkspartei? Was bedeutet das für die Erwartungen bei der Europawahl? Michael Kellner will keine Prozentwerte nennen, auf die er hofft, sieht das aber so: "Wir haben ein große Chance, eine starke grüne Gruppe aus Deutschland zu entsenden und vielleicht sogar das historisch beste Ergebnis der Partei bei einer Europawahl einzufahren." Bei der letzten Europawahl 2014 kamen sie auf 10,7 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 kamen die Grünen nur auf 8,9 Prozent - was unter anderem an den schwachen Ergebnissen in Ostdeutschland lag. Dort soll nun eine Art Aufbauhilfe Ost stattfinden. "Die Paderborner Grünen werden den Regionalverband Eisenach/Wartburg im Wahlkampf personelle und finanziell unterstützen", kündigte Carsten Birkelbach an. Es müsse gelingen, den Aufwind im Westen mit hinüber zu nehmen. Die Paderborner Landtagsabgeordnete Sigrid Beer forderte mehr Verständnis für die Schüleraktionen für den Klimaschutz. Tausende Schüler haben in Deutschland zuletzt für mehr Klimaschutz gestreikt. Doch streiken dürfen Schüler eigentlich nicht. "Die Schulen sollten die Schüler für die Klimaaktionen freistellen", sagte Beer. Sie schlug vor, den Klimaprotest in den Unterricht fest als Thema mit aufzunehmen. "Wir haben nie Fahrverbote gefordert" Zu den Gästen beim Neujahrsempfang gehörte auch Britta Haßelmann aus Bielefeld, parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion der Grünen. Sie warnte davor, dass Tendenzen zur Renationalisierung Europa ins Chaos führen. "Das sehen wir in Großbritannien gerade bei der Brexit-Frage." So werde man die Herausforderungen der Zukunft nicht meistern. Eine ganz aktuelle Herausforderung in Deutschland ist die Debatte um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Könnte sie den Grünen im Europawahlkampf schaden? "Das glaube ich nicht, denn wir haben ja nie Fahrverbote gefordert", erklärte Haßelmann. Diese verhängten die Gerichte. Michael Kellner erklärte, die Debatte werde den Grünen sogar eher helfen. "Hier findet eine Auseinandersetzung um die Gesundheit von Menschen und das erreichend er Klimaziele statt."

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