SPD Neujahrsempfang: Mit Blick auf die kommende Europawahl lud Kreisvorsitzender Burkhard Blienert (rechts) die junge Europarlament-Kandidatin für die SPD in OWL Sally Lisa Starken ein. Festrednerin Birgitt Riegraf (mittig) sprach über das Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft. - © Björn Leisten
SPD Neujahrsempfang: Mit Blick auf die kommende Europawahl lud Kreisvorsitzender Burkhard Blienert (rechts) die junge Europarlament-Kandidatin für die SPD in OWL Sally Lisa Starken ein. Festrednerin Birgitt Riegraf (mittig) sprach über das Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft. | © Björn Leisten

Paderborn Paderborner SPD will Politik und Wissenschaft künftig zusammenführen

Neujahrsempfang: Mit Blick auf Europawahl und Wissenschaft startet der SPD-Kreisverband ins neue Jahr

Björn Leisten
26.01.2019 | Stand 27.01.2019, 15:43 Uhr

Paderborn. Das historische Tief der SPD nagt noch immer an der Partei. Kreisvorsitzender Burkhard Blienert blickt beim Neujahrsempfang im Aspethera-Hotel trotzdem weiterhin nach vorne und hofft auf gute Ergebnisse bei der kommenden Europawahl. Sally Lisa Starken, die als junge Kandidatin bei der kommenden Europawahl antreten wird, gab bereits einen kleinen Vorgeschmack auf ihren Wahlkampf und ihren persönlichen Blick auf Europa. Uni-Präsidentin Birgitt Riegraf sprach sich derweil in ihrer Festrede für die Verteidigung der Freiheit der Wissenschaft aus, nachdem es schon jetzt immer mehr Anfeindungen gegen das Wissenschaftssystem gebe. Mit ein wenig Ratlosigkeit blickt Blienert auf das Dilemma der SPD. Der große Vertrauensverlust in die Partei mache es den Sozialdemokraten sehr schwer, die Wähler zu erreichen. Als Volkspartei sehe der Kreisvorsitzende die SPD dennoch weiterhin: „Wir engagieren uns vor allem für die 90 Prozent der Gesellschaft und wollen etwas für die Menschen tun, die es wirklich brauchen." Soziale Investitionen in Sicherheit und die Zukunft der Kinder stünden also weiterhin an erster Stelle. Um wieder Vertrauen in das Volk zu gewinnen, will Blienert unter dem Motto „Politik und Rationalität gehören zusammen" in Zukunft mehr wissenschaftliche Aufklärung bieten und den Diskurs stärken. Schicksalsjahr für die Europäische Union Mit Blick auf die Europawahl ging es weiter mit einem kurzen, aber ausdrucksstarkem Grußwort von Sally Lisa Starken. Die 28-jährige Bielefelderin ist Kandidatin für einen Sitz im Europaparlament, das am 26. Mai von den EU-Bürgern gewählt werden soll. Starken tritt zusammen mit Micha Heitkamp aus Minden für OWL an. „Dieses Jahr wird für die Europäische Union ein Schicksalsjahr", sagte die junge Politikerin, die den Staatenverbund nicht mehr missen will. „Die EU besteht nicht nur aus Verträgen und Regelungen, sondern insbesondere aus wichtigen Vorteilen wie der Reisefreiheit zwischen den Mitgliedsstaaten, einem gemeinsamen Wirtschaftsraum oder dem Austausch unterschiedlicher Kulturen." Während des Brexits müsse jetzt vor allem an dem inneren Zusammenhalt der EU gearbeitet werden. Die Präsidentin der Paderborner Universität Birgitt Riegraf sprach über das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik, denn in den vergangenen Jahre habe es einen besorgniserregenden Wandel gegeben. Riegraf befürchtet, dass die aktuellen Entwicklungen in der Beschränkung der Wissenschaftsfreiheit in Ungarn, Türkei oder USA auch in Deutschland einziehen könnten. „Immer häufiger kommt es zu wissenschaftlichen Anfeindungen aus der Politik, wie etwa der Leugnung des Klimawandels durch Trump", so die Professorin. Zahlreiche Wissenschaftler in den USA fürchteten laut ihr um Forschungsergebnisse, die sie mittlerweile aus Angst vor Zensur lieber auf europäische Server auslagern würden. Um wieder mehr Vertrauen der Gesellschaft in die Erkenntnisse der Wissenschaft zur erhalten, möchte Riegraf den Diskurs mit allen Menschen stärken und fordert dazu von der Politik, dass die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen und geschützt werden.

realisiert durch evolver group