Erzbischof von Paderborn: Hans-Josef Becker hat vielen Katholiken geschrieben. - © NW
Erzbischof von Paderborn: Hans-Josef Becker hat vielen Katholiken geschrieben. | © NW

Paderborn Katholische Haushalte erhalten persönliche Post vom Paderborner Erzbischof

Premiere: Zum Jahreswechsel bekommen eine Million katholische Haushalte einen Brief von Erzbischof Hans-Josef Becker

Hans-Hermann Igges
08.01.2019 | Stand 10.01.2019, 14:53 Uhr |

Paderborn. Das Erzbistum Paderborn geht neue Wege in der Kommunikation: Erstmals finden in diesen Tagen Katholiken zwischen Siegen und Minden persönliche Post von Erzbischof Hans-Josef Becker in ihrem Briefkasten. Das zweiseitige Schreiben unter dem bischöflichen Siegel ist handschriftlich vom Erzbischof mit "Ihr Hans-Josef Becker" in blauer Drucktinte unterzeichnet. Der Erzbischof nimmt darin den Jahreswechsel zum Anlass nicht nur für gute Wünsche im Sinne der christlichen Botschaft. Gleich in seinem ersten Satz ist vielmehr von einem "besonderen Anlass" die Rede. Um dann sofort auf die "Schattenseiten" zu kommen, die der Missbrauchsskandal auf die Kirche wirft. Die Ergebnisse der im Herbst veröffentlichten Studie dazu seien "für uns erschreckend und beschämend". Nichts davon sei zu relativieren. Erzbistum erwartet Resonanz Becker: "Durch Vertuschung und Verdrängung hat die Kirche in dieser Hinsicht jahrzehntelang schwere Schuld auf sich geladen. Als Kirche sind wir unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen oft nicht gerecht geworden." Zwischenzeitlich habe aber die Staatsanwaltschaft "Zugang zu allen von dort angefragten Unterlagen". Im Erzbistum werde man die konkreten Handlungsschritte, die die Studie empfiehlt, umsetzen und fortführen, verspricht der Erzbischof. Konsequenzen würden "zeitnah und unmittelbar erfolgen". Die Öffentlichkeit werde über Fortschritte auf dem Weg informiert, verspricht Hans-Josef Becker. Der Brief des Erzbischofs geht nach Angaben von Heike Meyer, Leiterin des Referats für Marketing, Kommunikation und Pressestelle des Erzbistums, an rund eine Million katholische Haushalte im Erzbistum. Man habe bei insgesamt 1,5 Millionen Katholiken in der Erzdiözese vermeiden wollen, die einzelnen Haushalte mit Briefen zu fluten; deshalb habe man sich entschieden, nicht jedes einzelne Kirchenmitglied, sondern die Haushalte anzuschreiben. Bei dem Brief handele es sich um eine eigene Idee des Bistums. Man bemühe sich derzeit in dem neu geschaffenen Referat insgesamt um neue Formen der Kommunikation mit den Katholiken, so Heike Meyer. Dazu könnten auch besondere Veranstaltungen oder soziale Medien gehören. Man sei nun selbst gespannt auf die Resonanz auf den Brief des Oberhirten und hoffe auf ein positives Echo.

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