Mitte 2019 ist es vorbei: Dann können die Paderborner keine Einkaufswagen mehr durch das Möbelhaus Finke schieben. - © Lena Henning
Mitte 2019 ist es vorbei: Dann können die Paderborner keine Einkaufswagen mehr durch das Möbelhaus Finke schieben. | © Lena Henning

Paderborn/Kassel Finke-Mitarbeitern drohen Lohnkürzungen

Am Standort in Kassel werden die Gehälter offenbar drastisch reduziert

Martin Fröhlich

Paderborn/Kassel. Die Übernahme der Finke-Möbelhäuser durch die Höffner-Kette (Krieger-Gruppe) sorgt weiter für Turbulenzen. Während in Paderborn die letzten Monate bis zur Schließung im Juni 2019 begonnen haben, gibt es in Kassel weiter Hoffnung auf einen Erhalt des Standorts. Allerdings hat das Ganze offenbar eine Kehrseite. 160 Mitarbeiter sind im Möbelhaus in Kassel-Fuldabrück tätig. Bislang war dort zumindest von einem Stellenabbau die Rede. Nun gibt es offenbar auch beim Gehalt Einschnitte. Der zuständige Verdi-Sekretär Manuel Sauer wird in der "Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen" zitiert. Er spricht von nur noch 1.700 Euro Grundgehalt brutto statt der bisher üblichen 2.200 bis 2.400 Euro brutto. Zudem werde für einige Beschäftigte die Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden erhöht, kritisiert Sauer. Auch der Betriebsrat in Kassel äußert sich Er wirft der Krieger-Gruppe vor, dass sie damit drohe, den Standort zu schließen, wenn die Forderungen nicht akzeptiert würden. Laut HNA hat es inzwischen eine Einigung der Unternehmensleitung mit dem neuen Betriebsrat in Kassel gegeben. Verdi fordert nun, dass die bestehenden Arbeitsverträge für mindestens ein Jahr unangetastet bleiben. Die Betriebsratsvorsitzende Heike Tripp-Noll wird mit dem Satz zitiert, eine Sanierung sei kein Spaziergang. Man habe gemeinsam in Verantwortung für die langfristige Sicherung des Standortes gehandelt. Fest steht offenbar auch, dass das Haus weiter unter dem Namen Finke geführt wird. In Paderborn wird das Kapitel um das Möbelhaus Finke im Juni 2019 geschlossen. Dann wird das Möbelhaus samt Verwaltung geschlossen und abgerissen. Das hat die Krieger-Gruppe um Milliardär Kurt Krieger so entschieden. Bis zu 300 Mitarbeiter sind betroffen. Anlass soll die schlechte finanzielle Lage der bisherigen Finke-Gruppe sein. Erhalten bleibt aber wohl das Logistikzentrum in Paderborn.

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