Protest vor dem Rathaus: Der Sprecherrat der Initiative "Gaspreise runter" mit Walter Dick (v. l.), Gerd Hartmann, Roswitha Köllner und Peter Kunze. - © Hans-Hermann Igges
Protest vor dem Rathaus: Der Sprecherrat der Initiative "Gaspreise runter" mit Walter Dick (v. l.), Gerd Hartmann, Roswitha Köllner und Peter Kunze. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Gaspreis-Rebellen demonstrieren vor dem Rathaus

Stadtwerke: Kritiker der jüngsten Erhöhungen bei Strom und Gas verlangen vom Aufsichtsrat Energiepreissenkungen. Diese fallen zum 1. Januar überdurchschnittlich aus

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Um durchschnittlich mehr als zehn Prozent erhöhen die Stadtwerke Paderborn zum 1. Januar die Preise für Strom und Gas. "Das ist im Bundesvergleich überdurchschnittlich viel und scheint uns nicht gerechtfertigt. Wir können diese Erhöhungen nicht nachvollziehen", sagt Roswitha Köllner. Mit Walter Dick, Gerd Hartmann und Peter Kunze, dem Sprecherrat der Paderborner Initiative "Gaspreise runter", steht die Paderborner Ratsfrau der Linksfraktion/Offene Liste vor dem Paderborner Rathaus Spalier. Und wartet auf die Mitglieder des Aufsichtsrates der Stadtwerke Paderborn, die dort eine ihrer regelmäßigen Sitzungen abhalten. Ihr Anliegen führen sie nicht nur im Munde, sondern auch auf Pappschildern mit sich. Sie verlangen vom Aufsichtsrat des kommunalen Unternehmens, sich für maßvollere Preise und mehr Transparenz den Kunden gegenüber einzusetzen. Motto: "Gemeinwohl statt Profit." Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen das zur Kenntnis - dann tagen sie hinter verschlossenen Türen. Ungerechtigte Preiserhöhungen Dabei war die Gründung von kommunalen Stadtwerke von den Gaspreisrebellen grundsätzlich begrüßt worden. Die Initiative ist seit 2004 aktiv. Damals verweigerten hunderte Kunden des damaligen Paderborner Grundversorgers, des Großkonzerns Eon in ihren Augen ungerechtfertigte Preiserhöhungen. Sie traten damit eine Prozesslawine los, die bis heute kein Ende gefunden hat. Etliche Verfahren sind noch vor dem Paderborner Amtsgericht anhängig, andere schon vor dem Landgericht. In wieder anderen - zum Beispiel im Fall von Roswitha Köllner - fand noch kein einziger Prozesstag statt. Gerd Hartmann sagt: "Es ist unglaublich, dass nach so langer Zeit noch keine Klarheit ist." Roswitha Köllner: "Großunternehmen können sich das leisten. Viele Beklagte zermürbt das, weil sie immer noch Geld für den Fall einer Niederlage zurücklegen müssen."

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