Vom Dom hinaus in die Welt geht es für viele Paderborner (Weih-)Bischöfe. - © Birger Berbüsse
Vom Dom hinaus in die Welt geht es für viele Paderborner (Weih-)Bischöfe. | © Birger Berbüsse

Paderborn Das Erzbistum Paderborn ist ein Sprungbrett für Bischöfe

Führungspositionen der katholischen Kirche Deutschland werden häufig mit Paderbornern besetzt

Birger Berbüsse
19.11.2018 | Stand 19.11.2018, 08:34 Uhr

Paderborn. Mit rund 1,5 Millionen Katholiken gehört das Erzbistum Paderborn zu den größten in Deutschland. Die Diözese ist außerdem eine der wichtigsten Kaderschmieden für den "Bischofsnachwuchs". Zahlreiche Weihbischöfe schafften von hier aus den Karrieresprung zum Diözesanbischof - zwei gelangten sogar bis an die Spitze der Bischofskonferenz. Es ist ein langjähriger Trend: Weihbischöfe aus dem Erzbistum Paderborn spielen bei Personalentscheidungen der katholischen Kirche in Deutschland eine große Rolle. In drei deutschen Bistümern stehen derzeit ehemalige Paderborner an der Spitze: Neben Franz-Josef Bode in Osnabrück (seit 1995) sind dies Reinhard Kardinal Marx in München und Freising (seit 2007, zuvor seit 2001 in Trier) und Karl-Heinz Wiesemann in Speyer (seit 2007). Bis vor kurzem waren es sogar noch vier: Seit 2001 führte Heinz Josef Algermissen das Bistum Fulda, jetzt ist der 75-Jährige im Ruhestand. Zwischenzeitlich war auch noch der mittlerweile emeritierte Manfred Grothe von 2014 bis 2016 Apostolischer Administrator in Limburg. Paderborner wählten den Papst Und passenderweise wird auch das Erzbistum Paderborn von einem Mann aus den eigenen Reihen geführt: Hans-Josef Becker, seit 2003 Erzbischof, wurde im sauerländischen Belecke geboren, arbeitete seit 1995 im Generalvikariat und wurde 1999 zum Weihbischof. Der 2002 verstorbene Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt wurde ein Jahr vor seinem Tod zum Kardinal ernannt. Zwei Paderborner haben auch schon darüber mitentschieden, wer der neue Papst wird: 2013 nahm der mittlerweile emeritierte Kurienkardinal Paul Josef Cordes ebenso wie Kardinal Marx am Konklave zur Wahl von Papst Franziskus teil. Marx, der aus Geseke stammt, ist außerdem seit März 2014 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Seit einem Jahr hat er einen weiteren Paderborner an seiner Seite: Im September 2017 wurde Franz-Josef Bode von der Vollversammlung zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Beide kennen sich seit Studienzeiten. Paderborns Erzbischof Becker kommentierte die Doppelspitze damals mit den Worten: „Für uns ist es eine sehr gute Wahl. Ich freue mich, Paderborn ist stark vertreten." Wohin zieht es die drei Weihbischöfe? Erzbischof Becker hat selbst ein bedeutsames Amt inne: Er ist Vorsitzender der Kommission VII (Erziehung und Schule) der Deutschen Bischofskonferenz. Eine wichtige Rolle kommt auch Generalvikar Alfons Hardt zu. Er ist seit zwei Jahren stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) sowie Vorsitzender von dessen Rechtskommission. Über die Gründe, warum gerade die Weihbischöfe aus Paderborn so oft zu Diözesanbischöfen berufen werden, kann natürlich nur spekuliert werden. Auffällig ist sie dennoch. Und machen sich vielleicht auch schon die derzeitigen Weihbischöfe Matthias König (seit 2004), Hubert Berenbrinker (seit 2008) und Dominicus Meier (seit 2015) Gedanken, wo es sie einmal hin verschlagen könnte.

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