Viele Paderborner können die Entscheidung nicht nachvollziehen, dass das Finke-Einrichtungshaus in Paderborn geschlossen werden soll. - © Lena Henning
Viele Paderborner können die Entscheidung nicht nachvollziehen, dass das Finke-Einrichtungshaus in Paderborn geschlossen werden soll. | © Lena Henning

Paderborn So reagieren die Paderborner auf die Finke-Schließung

Die Reaktionen der Kunden und unserer Leser schwanken zwischen Bestürzung und Bedauern. Einige haben Verständnis

Lena Henning
06.11.2018 | Stand 07.11.2018, 09:03 Uhr

Paderborn. Vollkommen überrascht waren viele, als sie davon hörten, dass das Finke-Einrichtungshaus in Paderborn im nächsten Jahr geschlossen werden soll. Zumal es vor wenigen Wochen noch geheißen hatte, dass der Standort erhalten bleiben solle. "Ein schwerer Schlag", kommentierte Bürgermeister Michael Dreier. Auch viele der Kunden, die am Montag bei Finke anzutreffen sind, sind betroffen von der Nachricht. "Das ist für Paderborn wirklich schade", sagt Martina Becker. Ihre Tochter Judith Gräve findet die Entscheidung nicht nachvollziehbar. Küche und Badmöbel habe sie hier gekauft. Jetzt müsse sie wohl künftig nach Bielefeld fahren. "Hier konnte man immer mal so eben vorbei schauen." Beate und Gary Grant sind völlig überrascht von der Nachricht. Obwohl die beiden in Bielefeld wohnen, kommen sie regelmäßig her. "Ich habe mich hier immer irgendwie wohlgefühlt", sagt Gary Grant. Schon als Kind sei er bei Finke gewesen. "Die Auswahl ist gut, man findet hier immer was", sagt seine Frau Beate. Auch die Beratung durch die Mitarbeiter sei kompetent und angenehm. "Was für ein trauriger Deal" In den Kommentarspalten auf nw.de und bei Facebook schwanken die Reaktionen zwischen Bestürzung und Ärger über den Eigentümer, die Krieger-Gruppe (Höffner). Die Entscheidung, den Standort zu schließen, zeige, "dass man bei einer Übernahme immer misstrauisch über die Beweggründe sein sollte", schreibt etwa ein Nutzer auf nw.de. Ein anderer kommentiert: "Das ist leider wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Unternehmer ihre eigenen Mitarbeiter über die Situation des Unternehmens im Unklaren lassen." Viele Paderborner haben vor allem Mitgefühl mit den Mitarbeitern. Auf Facebook kommentiert jemand: "Wenn man Witze machen wollte, hätte man jetzt dann Platz für neue Parkplätze des Stadions, aber bei so einer Nachricht ist einem nicht zum Lachen zumute. Ganz harter Schlag für die Mitarbeiter, für die Stadt, für die Region." "Was für ein trauriger Deal...", heißt es in einem Kommentar, "für die Mitarbeiter ein wirklich harter Weg". Die Entscheidung sei "traurig und bitter" für eine Menge Beschäftigte", schreibt ein anderer Nutzer. Er gibt aber auch zu bedenken: "Ich muss aber auch sagen, dass ich nicht gerne hingegangen bin." Der Abriss dagegen sei zu begrüßen, "die Fassade ist zweifelsohne einer der größten Schandflecke in Paderborn." "Kein Wunder bei den Preisen" Wieder andere Nutzer äußern auch Verständnis für die Entscheidung. Dass der Standort Paderborn veraltet sei und nicht zum Konzept von Höffner passe, sei offensichtlich. Das Angebot sei nicht modern genug und zu teuer, so der Tenor der Diskussion. "Kein Wunder bei den Preisen", da sei die Schließung nur eine Frage der Zeit gewesen, schreibt ein Nutzer. "Die Waren waren nicht an die jüngere Generation mit geringerem Budget angepasst", schreibt ein anderer. Einige Nutzer wünschen sich stattdessen ein IKEA für den Standort. Es gibt auch Kritik an Wilfried Finke dafür, das Unternehmen verkauft zu haben: Übernahmen durch andere Unternehmen gingen in den meisten Fällen mit Personalabbau einher. "Denken Sie Weihnachten beim Weinchen mal über die letzten Jahre nach und wie es nun um viele derer steht, die auch für Sie viel und hart gearbeitet haben", fordert ein Kommentator auf. Ein anderer Facebook-Nutzer dagegen verteidigt Finke: "300 Brutto-Gehälter müssen erstmal erwirtschaftet werden. Und das über Jahrzehnte. (...) Das sollte auch mal anerkannt werden."

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