Aktiv für Demokratie: vorne v. l. Uli Lettermann (Quintessenz), Beate Röttger-Liepmann (SPD/Bündnis für Demokratie und Toleranz), Johannes Menze (Grüne/Bündnis für Demokratie und Toleranz); hinten v. l. Landrat Manfred Müller, Konrad Nagel-Strotmann (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung/Bündnis für Demokratie und Toleranz), Thilo Pohlschmidt (Goodbeats) Initiator und Musiker Lothar Polhlschmidt sowie Egbert Steinhoff (Linke/Pader-Pride). - © Holger Kosbab
Aktiv für Demokratie: vorne v. l. Uli Lettermann (Quintessenz), Beate Röttger-Liepmann (SPD/Bündnis für Demokratie und Toleranz), Johannes Menze (Grüne/Bündnis für Demokratie und Toleranz); hinten v. l. Landrat Manfred Müller, Konrad Nagel-Strotmann (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung/Bündnis für Demokratie und Toleranz), Thilo Pohlschmidt (Goodbeats) Initiator und Musiker Lothar Polhlschmidt sowie Egbert Steinhoff (Linke/Pader-Pride). | © Holger Kosbab

Paderborn Gegen Hetze und Gewalt: Musiker machen sich stark für Demokratie

Am 26. Oktober gibt es auf dem Marktplatz ein Solidaritätskonzert gegen Hetze und Gewalt

Holger Kosbab

Paderborn. What a Wonderful World: Mit dieser Hymne auf die schönen Seiten des Lebens wird Lothar Pohlschmidt das Publikum auf ein besonderes Konzert einstimmen. Unter dem Motto „Demokratie leben! Gegen Hetze und Gewalt!" hat der Initiator und Sänger ein dreistündiges Programm auf die Beine gestellt. Dabei treten am Freitag, 26. Oktober, auf dem Paderborner Marktplatz mehrere Bands und Einzel-Acts auf. Die Idee zu dem Solidaritätskonzert hatte Lothar Pohlschmidt nach den Ereignissen von Chemnitz. Sein Ziel ist es, den Menschen bewusst zu machen, wie wichtig Demokratie ist. "Wir leben hier praktisch im Paradies - doch das ist den Leuten gar nicht bewusst." Selbst ist Pohlschmidt in der SPD, doch als Erstes habe er einen Vertreter der CDU angerufen und um Hilfe gefragt. Ein breites Spektrum an Unterstützern ist ihm wichtig: Auf dem Plakat stehen CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke. Unterstützung gibt es unter anderem auch von der katholischen und evangelischen Kirche, vom Muslimenrat Schura und Pax Christi, von DGB, Flüchtlingsrat, Pro Grün, Pader-Pride, Paderborner Initiative gegen den Krieg und Paderbunt. Raus aus dem alten Schema "Es ist mir ganz wichtig, dass wir agieren", sagt Pohlschmidt. Denn bisher lief es immer so ab: Sobald eine rechte oder rechtspopulistische Demonstration - zuletzt stets von der AfD - angemeldet wurde, formierte sich der Gegenprotest. Aus diesem Reiz-Reaktions-Schema müsse man raus, sagte auch Johannes Menze für die Grünen und das Bündnis für Demokratie und Toleranz. Nach den Ereignissen in Chemnitz sei es wichtig, ein positives Signal zu setzen, betonte Menze. "Da wurden rote Linien der Demokratie überschritten." Jetzt gelte es, sich strategisch und mit neuen Formen für die Demokratie einzusetzen - losgelöst von rechtspopulistischen Protesten. "Es ist uns wichtig, die Zivilbevölkerung als Ganzes zu erreichen", sagte Beate Röttger-Liepmann (SPD und Bündnis für Demokratie und Toleranz). Anfragen bei Norbert Lammert und Wolfgang Thierse Landrat Manfred Müller steht als Schirmherr voll und ganz dahinter - auch wenn er bei der Veranstaltung selbst nicht dabei sein wird: "Menschheit und Musik: Musik bewegt Menschen. Dieses Konzert nutzt diese bewegende Kraft, um hörbar zu machen: Unsere Demokratie lebt, wenn Menschen unsere Werte von Würde, Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz im Herzen und in den Köpfen tragen. Dann haben Hass und Hetze keine Chance". Ab 19 Uhr treten Quintessenz, Miss Daisy, Sängerin Bruni Bruns, Uli Lettermann (Saxofon), Rainer Schallenberg (Orgel), Benny Düring (Piano), Matthias Wegener (Piano) und die Goodbeats auf. Neben der Musik gibt es Slam-Poetry. Nach Pohlschmidts Begrüßung sprechen der stellvertretende Landrat Vinzenz Heggen, Bürgermeister Michael Dreier und Martin Menacher vom DGB als Vertreter des Bündnisses für Demokratie und Toleranz. Hauptrednerin ist die Paderborner Theater-Intendantin Katharina Kreuzhage, gegen die die AfD aufgrund einer Grafik im Programmheft Strafanzeige wegen Verleumdung und Volksverhetzung gestellt hat. Angefragt waren auch die früheren Bundestagspräsidenten Norbert Lammert und Wolfgang Thierse, die jedoch beide nicht können.

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