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Künftig ein Teil der Krieger-Gruppe: Die Finke-Kette (hier das Möbelhaus in Paderborn) wird übernommen. - © Andreas Götte
Künftig ein Teil der Krieger-Gruppe: Die Finke-Kette (hier das Möbelhaus in Paderborn) wird übernommen. | © Andreas Götte

Wirtschaft Grünes Licht für Übernahme der Finke-Möbelhäuser

Geschäftsführer dementiert Schließung von zwei Möbelhäusern

Andrea Frühauf
09.10.2018 | Stand 10.10.2018, 09:59 Uhr
Martin Krause

Paderborn/Schönefeld. Sonja Krieger, Tochter des Berliner Möbelunternehmers und Milliardärs Kurt Krieger, kam am Dienstagvormittag eigens nach Paderborn, um die Botschaft persönlich mitzuteilen. Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Paderborner Möbelhandelskette Finke (1.600 Mitarbeiter) durch die zur Krieger-Gruppe gehörende Möbelhandelskette Höffner zum 1. Januar 2019 genehmigt. Die Behörde hat damit keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken für den am 6. September angemeldeten Unternehmenskauf. Auflagen seien den Käufern nicht gemacht worden, bestätigte das Kartellamt. „In einer Telefonkonferenz hat Frau Krieger unsere Führungskräfte aus verschiedenen Abteilungen sowie Betriebsratsvertreter darüber informiert", sagte der gesamtverantwortliche Geschäftsführer Franz-Josef Golüke (58), der inzwischen seit elf Jahren bei Finke ist, der Neuen Westfälischen. Dabei habe sie auch angedeutet, dass der Erwerbsprozess noch Monate dauern könne, sprich bis die Formalitäten erledigt und der Eintrag im Handelsregister vollzogen ist. Krieger-Gruppe rückt auf zweiten Platz Über konkrete Pläne, wie es nach der Übernahme für die Finke-Gruppe weitergehen soll, wurde laut Golüke nicht gesprochen. Auch kommt der bisherige Unternehmenschef Wilfried Finke (67) nach seinen Angaben noch regelmäßig alle paar Tage ins Haus. „Wir tauschen uns noch aus", sagte Golüke. Die Krieger-Gruppe (6.000 Mitarbeiter), zu der die bundesweit aktive Höffner-Kette gehört, verdrängt damit auf dem deutschen Markt die österreichische XXXLutz-Kette als zweitgrößten Anbieter hinter Ikea. Die Finke-Belegschaft befürchtet indes mit der Übernahme einen Stellenabbau. Gerüchte, dass künftig zwei Finke-Häuser geschlossen werden könnten, dementierte Golüke aber vehement. „Das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Das ist mir nicht bekannt." Zur Finke-Gruppe gehören sechs große Finke-Möbelhäuser (Paderborn, Münster, Jena, Erfurt, Kassel und Hamm) sowie fünf Preis-Rebell-Discounthäuser. Auch Höffner ist bekanntlich in Erfurt präsent. Nach Golükes Einschätzung wird die Familie Krieger zunächst eine genaue Analyse vornehmen. „Das ist ein sehr komplexes Unternehmen mit vielen Logistiken." Die Logistik ist der Knackpunkt Deshalb ist die Logistik nach Ansicht von Mitarbeitern ein Knackpunkt, an dem die neuen Inhaber den Rotstift auch ansetzen könnten. Weil Höffner die komplette Logistik über die Tochterfirma Translogistik abwickele, sei Finkes eigene Logistik mit 280 Mitarbeitern nun gefährdet. Zumindest Synergieeffekte wären naheliegend. Auch in der Paderborner Verwaltung (130 Mitarbeiter), so die Sorge, wäre ein Stellenabbau denkbar.

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