Vermüllt: Flaschen liegen am Ufer und auf dem Grund der Pader. - © KCP Paderborn
Vermüllt: Flaschen liegen am Ufer und auf dem Grund der Pader. | © KCP Paderborn

Paderborn Säuberung der Pader sorgt für Ärger

Flaschen im Fluss: Ein Kanute holt sieben Kubikmeter Müll aus dem Wasser. Die Stadt stellt angeblich keine Mülltonnen mehr bereit.

Sabine Kauke

Paderborn. Die Pader ist ein kleiner Fluss, aber offenbar auch eine große Müllhalde. Vor allem Flaschen liegen auf ihrem Grund, achtlos hineingeworfen von Passanten. Nur zu gut wissen das vor allem die Mitglieder des Paderborner Kanu-Clubs, die Glasflaschen und Scherben schon mal gefährlich nahe kommen, wenn sie beim Paddeln auf der Pader kentern. Einer der Kanuten hat deshalb begonnen, den Fluss zu entmüllen. Und hat sich damit offensichtlich Ärger eingehandelt. „Im April habe ich den Flaschen den Kampf angesagt und bin angefangen, sie aus der Pader zwischen Stümpelscher Mühle und Straßenunterführung zu bergen", war bis Montag auf der Facebook-Seite des Paderborners zu lesen. Stolze sieben Kubikmeter Müll hat er auf der nur 100 Meter langen Strecke eigenständig geborgen und sich dabei Schnitte an Füßen und Händen zugezogen. Müllentsorgung untersagt Die Stadt habe für die Entsorgung dieser Unmengen zunächst 24 Mülltonnen bereit gestellt, doch inzwischen werde er bei der Säuberungsaktion nicht mehr unterstützt, sondern stehe vielmehr „kurz vor einer Strafanzeige durch die Stadt Paderborn und ASP", entrüstete er sich per Facebook. Jetzt habe man ihm jetzt die Müllentsorgung untersagt. „Sehr schade, dass ich nicht mehr unterstützt werde und den Müll jetzt selbst entsorgen muss." Von verschiedenen Usern hingegen bekommt er Zuspruch. Manche bieten an, mitzumachen. Doch auf Nachfrage der NW will der Paderborner, der seinen Angaben zur Folge am Wochenende mit Bürgermeister Michael Dreier telefoniert hat, nun öffentlich nichts mehr zu seinem Engagement und etwaigen Problemen mit der Stadt sagen. Auch seinen Facebook-Eintrag löschte er. Klärendes Gespräch noch diese Woche „Wir wollen das Engagement nicht bremsen, sondern freuen uns eher über Hilfe. Wir unterstützen auch andere Aktion wie Frühjahrsputz von Vereinen", sagt Stadtsprecher Jens Reinhardt gegenüber der NW. Die Aussage, dass eine Strafanzeige im Raum stehe, sei „zu relativieren", betont er und kündigt noch für diese Woche „ein klärendes Gespräch" zwischen ASP und dem Paderborner an. „Es gab Diskrepanzen, aber wir werden nach einer Lösung suchen", betont Jens Reinhardt, der ein Gespräch zwischen Kanuten und Bürgermeister nicht bestätigte. Möglicherweise habe es zwischen den Ämtern Unstimmigkeiten hinsichtlich der Koordination gegeben. Das Grünflächenamt ist zuständig für die städtischen Gewässer, der ASP für die Müllentsorgung. Das vermutete auch der Kanute auf Facebook. Schließlich seien inzwischen 14 Personen mit seiner Reinigungsaktion betraut.

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