Die SPD kritisiert die Pläne von Bürgermeister Michael Dreier zur Paderborner Stadtverwaltung. - © Holger Kosbab
Die SPD kritisiert die Pläne von Bürgermeister Michael Dreier zur Paderborner Stadtverwaltung. | © Holger Kosbab

Paderborn SPD kritisiert Kosten für Neubau und Sanierung der Stadtverwaltung

„Rolle rückwärts“ von Bürgermeister Michael Dreier komme dem Steuerzahler teuer zu stehen

27.09.2018 | Stand 26.09.2018, 18:03 Uhr

Paderborn. „Nachher ist man immer schlauer." So heißt es in einem bekannten deutschen Sprichwort. Beim Thema Neubau der Paderborner Stadtverwaltung stimmt das nicht. Denn, dass die Umsiedlung der Verwaltung vom Abdinghof an den Hoppenhof richtig teuer werden würde, hatte die SPD-Fraktion bereits im Jahr 2016 kritisiert, wie die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung in Erinnerung rufen. „Damals noch ungehört, wird nun immer deutlicher, dass sich Bürgermeister Michael Dreier und die CDU mit ihren Planungen gewaltig verschätzt haben. Zu Lasten der Steuerzahler", ist die SPD überzeugt. Nach einem fraktionsübergreifenden Ratsbeschluss vom 21. November 2013 zur Verlagerung der Stadtverwaltung in die Alanbrooke-Kaserne an der Elsener Straße habe noch das Bauministerium NRW die Unterstützung für die beabsichtigte Nachnutzung des Standortes, die Quartiersentwicklung, den Umgang mit historischer Bausubstanz und die nachhaltige Flächenpolitik gelobt. Eine maximale Förderung sei zugesichert worden. Unkalkulierbare Kosten „Aber dann: Die nach den Kommunalwahlen 2014 vom neuen Bürgermeister Dreier eingeforderte ,ergebnisoffene Prüfung’ führte dann zur ,fatalen Rolle rückwärts’ – jetzt doch der Hoppenhof, der in allen zuvor stattgefunden Untersuchungen als ungeeignet festgestellt wurde. Der Vorsitzende der SPD – Fraktion Franz-Josef Henze warnte damals nachdrücklich vor unkalkulierbaren Folgekosten im Zusammenhang mit der Sanierung der Altgebäude", betont die SPD weiter. Demgegenüber habe Paderborns neues Stadtoberhaupt beim Ankauf des Gebäudekomplexes am Hoppenhof im Jahr 2016 noch davon gesprochen, dass damit die günstigste Variante gefunden worden sei. „Bei den Verhandlungen rund um den Ankauf erlebte Dreier dann die erste böse Überraschung. Der Verkäufer forderte statt der zunächst vereinbarten 16,4 Millionen Euro plötzlich einen Nachschlag von rund 420.000 Euro. Dazu kamen rund 4 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen am Hoppenhof. Heute wissen wir: Der Ankauf nebst zwischenzeitlich erfolgter Sanierungsmaßnahmen kostet inzwischen ca. 24 Millionen Euro – Ende offen", konstatiert die SPD. Rund um den Ankauf des Hoppenhofs galt fraktionsübergreifend die Zielvorgabe, dass Teile der Verwaltung, wie zum Beispiel der Bürgerservice, am Abdinghof verbleiben sollten, um die Innenstadtnähe der Verwaltung beizubehalten. Dafür sei es zweifellos erforderlich, die Gebäudeteile A und B für rund 13 Millionen Euro im Kern zu sanieren. Gleichzeitig wurde ein städtebaulicher Wettbewerb für die Neugestaltung der Gebäudeteile C und Ca angeschoben, in dem künftig der Bürgerservice und weitere Verwaltungsteile untergebracht werden sollen. Geringere Förderung „Heute wissen wir: Allein der Neubau wird mindestens 50 Millionen Euro kosten. Damit liegen die zu erwartenden Gesamtkosten für den Umzug der Stadtverwaltung an den Hoppenhof, Neubau und Sanierung des Abdinghofs mittlerweile bei rund 90 Millionen Euro, abzüglich zu erwartender Fördergelder in Höhe von etwa 9 Millionen – eine gewaltige Herausforderung, zumal die Förderung deutlich geringer als die für den Standort Alanbrooke ausfällt", so der SPD-Fraktionsvorsitzende Henze. Und auch damit sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. „Derzeit ist nicht klar, ob der Platz ausreicht, um den Raumbedarf ohne einen Neubau eines weiteren Turms am Hoppenhof sicherzustellen. Denn ein schlüssiges Raumkonzept ,über alles’ liegt derzeit nicht vor, wäre aber wünschenswert", so Henze. Ungeklärt sei zudem, was mit dem Gelände an der Pontanusstraße passiere. Fazit: „Dieses Fass ohne Boden hätte verhindert werden können, wenn die Stadtverwaltung in der Alanbrooke-Kaserne untergebracht worden wäre. Angesichts der umfänglichen Förderzusagen wäre diese Lösung sicherlich für die Stadtkasse deutlich schonender gewesen. Der Bürgermeister hat sich hier gewaltig vergaloppiert und uns nicht die günstigste, sondern die teuerste Variante aufgebürdet", ist Henze überzeugt.

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