Enthält eine einzelne Rippe: Der goldene Reliquienschrein der heiligen Bernadette ist rund 40 Kilo schwer sowie mit Diamanten und Edelsteinen besetzt. - © Malteser
Enthält eine einzelne Rippe: Der goldene Reliquienschrein der heiligen Bernadette ist rund 40 Kilo schwer sowie mit Diamanten und Edelsteinen besetzt. | © Malteser

Paderborn Reliquie: Eine Rippe der Bernadette von Lourdes kommt nach Paderborn

Der Schrein wird auf seiner Tour von Motorrädern begleitet. Am Wochenende wird er im Dom gezeigt

Birger Berbüsse

Paderborn. Jährlich pilgern hunderte Gläubige aus dem Erzbistum Paderborn zum französischen Wallfahrtsort Lourdes. Nun kommt es gewissermaßen zum Gegenbesuch: Anlässlich des 160. Jahrestages der angeblichen Marienerscheinungen kommt eine Reliquie als heilig verehrten Bernadette Soubirous ins Erzbistum. Der Schrein, der eine Rippe der 1879 verstorbenen Frau enthält, wird am Wochenende im Paderborner Dom ausgesetzt. Mehr als 600 Pilger werden dazu alleine am Sonntag in der Stadt erwartet. Der Jahrestag der Erscheinungen hat die Malteser veranlasst, die alljährliche Wallfahrt im September in diesem Jahr einmalig und ausnahmsweise nach Paderborn statt nach Werl zu unternehmen. Ehrenamtliche des Hilfsdienstes transportieren und begleiten die Reliquie der heiliggesprochenen Bernadette, der Mitte des 19. Jahrhunderts nach eigener Aussage die Mutter Gottes erschien, auf ihrem Weg durch das Erzbistum. Rippe wurde 1925 entnommen Die Ganzkörperreliquie der hl. Bernadette zählt zu denen jener Heiligen, die die katholische Kirche als „unverweslich" bezeichnet. Anlässlich ihrer Seligsprechung 1925 waren dem Leichnam einige Reliquien entnommen worden. Dazu zählt auch die Rippe, die nun auf große Fahrt durch das Erzbistum geht. Die Malteser sind für den Transport der Reliquie vom 6. September (Münster) bis zum 24. November (Trier) verantwortlich. Zwei Wochen lang ist die Reliquie im Erzbistum Paderborn zu sehen. In Paderborn trifft der Schrein am Freitag, 14. September, gegen 17 Uhr ein (siehe auch den Programmkasten) – die Ankunft dürfte durchaus sehenswert sein, schließlich wird die Reliquie von einer Motorradstaffel mit sechs bis acht Krädern begleitet. Bis zum Sonntagnachmittag bleibt der Schrein im Dom zur Verehrung ausgesetzt. Geplant sind mehrere Gottesdienste, darunter eine Messfeier für kranke und behinderte Menschen sowie ein Pontifikalamt am Sonntagmorgen. Fotostrecke zu weiteren Reliquien in Paderborn: „Wir möchten für die Pilger, die zur Linderung ihrer Beschwerden und ihres Leids auf die Fürsprache der Heiligen Bernadette bei Gott setzen, den Weg verkürzen. Wer wegen Krankheit oder aus anderen Gründen nicht nach Lourdes fahren kann, kann zum gemeinsamen Gebet nach Paderborn kommen", erläutert Andreas Bierod, Diözesangeschäftsführer der Malteser, den Grund für das Engagement der Hilfsorganisation. Dabei gilt es für die Malteser, den wertvollen und 40 Kilogramm schweren Heiligenschrein, eine Statue der Muttergottes sowie einen dreiteiligen Faltaltar (Triptychon) sicher und in einem – wie es in den Begleitbeschreibungen aus Frankreich heißt – „würdigen" Fahrzeug zu transportieren. Stets muss die Reliquie von zwei Personen beaufsichtigt sein. Mit Motorradstaffel über die A33 „Wir sorgen dafür, dass die Reliquien sicher von Osnabrück nach Paderborn gelangen – und anschließend von Paderborn nach Werl und zu den weiteren Stationen", sagt Andreas Bierod. Da keine Sonder- und Wegerechte in Anspruch genommen würden, werde für den Transport samt Motorradstaffel keine Sondergenehmigung benötigt. Die Strecke des Korsos ist abhängig vom Wetter. Voraussichtlich fährt der Korso am Freitag von Osnabrück über die A1, die A2 und dann über die A33 nach Paderborn. Damit möglichst viele Menschen kurze Wege haben, legen die Malteser auf der Tour durch das Erzbistum Paderborn weitere Zwischenstationen in Werl (18. September), Bad Wünnenberg (20. bis 22. September) sowie Rheda (23. bis 25. September) und Drolshagen (27. bis 28. September) ein. Im vergangenen Jahr hatte der Paderborner Dom eine Blutreliquie des heiliggesprochenen Papstes Johannes Paul II. erhalten.

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