Paderborn Greenpeace schlägt Alarm wegen Nitrat-Stickstoff-Werte in Gewässern

Wasserqualität: Die Werte liegen zwar weit unterhalb der Grenzwerte für Trinkwasser, schaden jedoch trotzdem der Gewässerqualität

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Umweltschützer im Alarmmodus: Greenpeace-Aktivisten haben Wasserproben aus unterschiedlichen Gewässern in Paderborn und Umgebung entnommen und auf Rückstände aus der Massentierhaltung untersucht. Darunter waren auch diverse Paderquellen wie die der Warmen Pader, unter der Kaiserpfalz und die Augenquelle sowie die Quellgebiete von Alme, Lippe und Ems sowie der Habichtsee und der Waldsee. Während nach eigenen Angaben die Ergebnisse der Untersuchung auf multiresistente Keime durch externe Labore noch ausstehen, liegen die für Nitrat-Stickstoff schon vor. Fazit von Greenpeace: „Die Werte der Paderquellen sind als bedenklich einzustufen." Gemessen worden seien zum Beispiel an der Warmen Pader (bei den „Waschfrauen") 5,95 Milligramm Nitrat-Stickstoff pro Liter Wasser. Dies sei „etwas mehr als doppelt so hoch" wie der Richtwert in der Oberflächengewässerverordnung von 2,8 Milligramm pro Liter. Im Trinkwasser ist weit mehr Nitrat erlaubt Die Richtwerte für Nitrat-Stickstoff sind jedoch nicht zu verwechseln mit den Grenzwerten für Nitrat, die häufig für Schlagzeilen sorgen. Tatsächlich dürfen im Trinkwasser sogar bis zu 50 Milligramm Nitrat pro Liter enthalten sein – und das kommt in Paderborn in der Regel aus mehreren hundert Metern Tiefe und ist tausende Jahre alt und also definitiv nicht aus der Pader; und sogar für Babynahrung gelten 20 Milligramm pro Liter als Obergrenze. Laut Michael Bernemann, Leiter der Wasserwerke Paderborn, bewegen sich die Nitratwerte im Paderborner Trinkwasser de facto maximal zwischen 10 und 15 Milligramm pro Liter. Grundsätzlich seien steigende Nitratwerte im Trinkwasser aber schon ein Problem, so Bernemann. Um diese im Rahmen zu halten, seien Vertreter der Wasserwirtschaft mit den Landwirten in ständigen Gesprächen. „Die Gülleflut aus der Massentierhaltung überdüngt die Felder und gefährdet so Wasser und Mensch", wird Mark Lindert von Greenpeace in der Mitteilung der Umweltschützer zitiert. Nur eine Verringerung der Tierbestände könne das Problem lösten. Auf Nachfrage erläuterte er gegenüber der NW den Zusammenhang zwischen dem gemessenen Nitrat-Stickstoff und Nitrat. Lindert: „Ein Milligramm Nitrat-Stickstoff entspricht 4,8 Milligramm Nitrat." Entsprechend läge der Nitratwert zum Beispiel der Warmen Pader bei knapp 30 Milligramm. Lindert: „Das befördert zum Beispiel das Algenwachstum; und die Algen wiederum entziehen dem Gewässer Sauerstoff."

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