Ein Mann aus Paderborn raubte in Lippstadt eine Frau aus und muss sich nun vor dem Paderborner Landgericht verantworten. - © picture alliance / dpa
Ein Mann aus Paderborn raubte in Lippstadt eine Frau aus und muss sich nun vor dem Paderborner Landgericht verantworten. | © picture alliance / dpa

Paderborn/Lippstadt Frau im eigenen Auto ausgeraubt: 44-jähriger Paderborner vor Gericht

Ungewöhnlich: Ein Mann stieg in Lippstadt in ein Auto und hielt der Fahrerin ein Messer vor

Jutta Steinmetz

Paderborn/Lippstadt. Räuber, die auf offener Straße ihr Unwesen treiben, sind nicht ganz so selten. Ein Paderborner aber raubte in Lippstadt eine Frau aus, während diese auf dem Fahrersitz ihres Autos saß. Seit Montag steht der 44-Jährige vor dem Landgericht Paderborn. Die 65-Jährige hatte in einem Lippstädter Krankenhaus ihren Mann besucht. Als sie sich gerade in ihrem Wagen anschnallte, öffnete sich die Beifahrertür und ein ihr völlig unbekannter Mann nahm neben ihr Platz. Freundlich habe er gewirkt, gelächelt und gesagt, „Ich tue Ihnen doch nichts", kann sie sich noch genau an den Vorfall vom 11. März erinnern. Allerdings habe sie dann gesehen, dass der 44-Jährige ein Messer in der einen Hand hielt und mit anderen schon nach hinten auf die Rückbank griff, um an ihre Handtasche zu kommen. Das Messer, sein freundliches Lächeln – beides zusammen sei reichlich „bizarr" und irgendwie „inkompatibel" gewesen, erzählt sie den Richtern. Aber auch „höchst bedrohlich". Und so ließ sich die Lippstädterin aus der geöffneten Fahrertür ins Freie und in Sicherheit fallen. Opfer verfolgte den Mann aus Paderborn Der 44-Jährige, der an der Pader zu Hause ist, indes schnappte sich die Geldbörse und machte sich davon, verfolgt zunächst von seinem Opfer und dann von einem 55-Jährigen, der durch die Hilferufe der Frau aufmerksam geworden war. Während er mit der Polizei telefonierte, heftete sich der Lippstädter mit einem Sicherheitsabstand an die Fersen des Räubers, so dass dieser in einer Seitenstraße festgenommen wurde. Dass der Paderborner die Tatwaffe auf der Flucht von sich geworfen hatte, nützte nichts. Der Zeuge, der der Polizei den raschen Zugriff ermöglicht hatte, entdeckte auch das Messer in einem Vorgarten. Kein Wunder also, dass der 44-Jährige vor der 1. Großen Strafkammer schnell reinen Tisch machte und auch erklärende Worte fand. Hintergrund der Tat sei seine langjährige Drogenabhängigkeit, sagte er. Welche Strafe der Angeklagte zu erwarten hat, werden die Richter am 18. September entscheiden.

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