Am Donnerstag geht es los: Dann warten wieder viele Erstklässler auf ihre Einschulung. - © Pixabay (Symbolbild)
Am Donnerstag geht es los: Dann warten wieder viele Erstklässler auf ihre Einschulung. | © Pixabay (Symbolbild)

Paderborn Bedarf an neuen Grundschulklassen in Paderborn wächst

Von der Geburt bis zur Einschulung (3): Müssen einerseits Kinder abgelehnt werden, gibt es im Riemeke einen Verbund mit freien Kapazitäten

Holger Kosbab

Paderborn. Knapp 1.400 Jungen und Mädchen aus Paderborn sind nach den Sommerferien schulpflichtig. Doch nicht alle besuchen dann die von den Eltern gewünschte Grundschule. Einige Schulen hatten zu viele Anmeldungen. Durch steigende Geburtenzahlen und mehr Zuzüge besteht in den kommenden Jahren außerdem stellenweise Bedarf für neue Schulklassen, sagen Paderborns Schuldezernent Wolfgang Walter und Christel Rhode, Leiterin des Schulverwaltungsamts. Für die Schulplaner ist das eine Herausforderung. Die meisten Ablehnungen hat es an der Grundschule Josef in Schloß Neuhaus gegeben. Hier mussten 31 Kinder abgewiesen werden. Auch an der Lutherschule (13) und Grundschule Overberg-Dom (7) konnte nicht jedes Kind angenommen werden. Von der Drei- auf die Vierzügigkeit Die hohen Anmeldezahlen an der Grundschule Josef haben offenbar zwei Gründe: Für viele Eltern ist der Neuhäuser Grundschulverbund Bonhoeffer-Heinrich - er wird zu einem fünfzügigen Angebot ausgebaut - offenbar aufgrund des hohen Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund keine echte Alternative. Außerdem ist der Verbund wegen Bauarbeiten am Standort Memelstraße vor kurzem in ein Container-Ausweichquartier im Schlosspark gezogen. Zahlreiche Widersprüche hat es dann auch gegen die insgesamt 31 Ablehnungen beim Schulamt des Kreises Paderborn gegeben. Sie wurden allesamt abgelehnt. Ein anderes Problem gab es im Vorjahr an der Karlschule. Einige Eltern hatten ihre Kinder extra in der Drei-Hasen-Kita direkt nebenan angemeldet, damit ihre Kinder das Umfeld schon kannten, sagt Walter. Dann bekamen sie aber keinen Platz an der Karlschule. Aufgrund der Geburtenentwicklung und der steigenden Einwohnerzahl Paderborns bestehe in den kommenden Jahren stellenweise Bedarf für neue Schulklassen. Im Fokus ist dabei die Bonifatiusschule: Hier ist vor allem für die Kinder der Neubaugebiete Dr.-Rörig-Damm und Brukterer Weg ein Ausbau auf die Fünfzügigkeit - bisher sind es pro Jahrgang drei bis vier Klassen - vorgesehen. Die notwendigen Flächen für mehr Klassenräume, OGS, Mensa und Turnhalle seien vorhanden, sagt Walter. Von der Drei- auf die Vierzügigkeit wird aktuell bereits die Stephanusschule am Berliner Ring ausgebaut. Die Grundschule Kaukenberg wird wegen des Baugebiets Springbach Höfe erweitert (von drei auf vier Züge). Vergrößert wird außerdem an der Comeniusschule Elsen (zwei OGS-Räume) und an der Grundschule Lieth (1 OGS-Raum). Im Riemekeviertel wird es keine Neugründung geben Trotz des in absehbarer Zeit entstehenden großen Neubaugebiets mit bis zu 800 Wohneinheiten im Bereich der Alanbrooke-Kaserne werde es hier keine Neugründung geben, sagt Walter. Rein rechnerisch würden die Schulkapazitäten im Riemeke reichen, da von den vier Zügen des Schulverbunds Riemeke-Theodor nur zwei benötigt werden. Der vierzügige Grundschulverbund Riemeke-Theodor hatte zuletzt erneut noch ordentlich Plätze. Eine Entwicklung, die sich seit dem Wegfall der Schulbezirksgrenzen vor zehn Jahren noch einmal verstärkt hatte. Schon damals habe es aus dem Riemekeviertel aber auch die Tendenz gegeben, Kinder an der Karlschule, Domschule oder Overbergschule anzumelden, erläutert Rhode. Um hier die Anmeldezahlen zu erhöhen, wurde am Standort Theodor zwischenzeitlich auf die Montessori-Ausprägung als Alleinstellungsmerkmal für Paderborn gesetzt. Der Versuch scheiterte jedoch. Die Kommunen könnten die Schulbezirke bei einem möglichen Bedarf wieder einführen, sagt Walter. Aber wenn, dann müsste dies auch für die anderen neun Gemeinschaftsschulen, zehn katholischen Bekenntnisschulen und eine evangelische Bekenntnisschule gelten. Thema Bekenntnisschule Hinzu kommen die private Lummerlandschule und die Grundschule St. Michael in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn, die zum Schuljahr 2019/20 zunächst in den Räumlichkeiten der Busdorfschule beginnt. Auf die Gesamtsituation bezogen, sorge der Wegfall der Schulbezirke laut Dezernent Walter für keine Probleme. Dies gelte genauso für das Thema Bekenntnisschule: Die Stadt führt Abstimmungen an Bekenntnisschulen durch, an denen der Anteil katholischer Kinder drei Schuljahre in Folge unter 50 Prozent liegt. Nur die Stephanusschule war zum Schuljahr 2016/17 von einer vormals katholischen Bekenntnisschule in eine Gemeinschaftsschule umgewidmet worden. Zeitversetzt spiegelt sich das Grundschul-Anmeldeverhalten auch bei der Nachfrage an Plätzen für die Offene Ganztagsschule (OGS) wider. Zum Schuljahr 2018/19 werden rund 45 Prozent der Schüler die OGS besuchen. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet 2.500 Plätze. An 19 der 20 Grundschulen - Ausnahme ist der Grundschulverband Benhausen/Neuenbeken - besteht eine OGS. In vielen Schulen gibt es außerdem eine Übermittagsbetreuung.

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