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Hier wird in Kürze gebaut: An der Ecke Kilianstraße/Karlstraße entsteht - unmittelbar neben der Karlschule im Hintergrund - eine neue Kindertagesstätte. Die Stadt Paderborn mietet das Gebäude langfristig von einem Investor. - © Holger Kosbab
Hier wird in Kürze gebaut: An der Ecke Kilianstraße/Karlstraße entsteht - unmittelbar neben der Karlschule im Hintergrund - eine neue Kindertagesstätte. Die Stadt Paderborn mietet das Gebäude langfristig von einem Investor. | © Holger Kosbab

Paderborn Paderborn bekommt weitere Kita-Plätze

Von der Geburt bis zur Einschulung (2): Vor allem für Kindern unter drei Jahren hat sich das Anmeldeverhalten der Eltern geändert. Neue Einrichtungen kommen hinzu oder sind geplant

Holger Kosbab
19.08.2018 | Stand 17.08.2018, 18:35 Uhr

Paderborn. Immer mehr Eltern wollen, dass ihre Kinder auch schon unter drei Jahren in eine Kindertagesbetreuung kommen. Für die Stadt Paderborn als größter Trägerin von Tageseinrichtungen im Stadtgebiet bedeutet dies vor allem eins: Sie muss das Angebot ausbauen. "Wir schaffen Plätze, Plätze, Plätze", sagt Jugenddezernent Wolfgang Walter. Und wie die Stadt Paderborn, so hätten fast alle Träger ihre Kapazitäten in den vergangenen Jahren ausgebaut. Im Einzelfall ist es trotzdem schwierig, einen Platz zu finden - vor allem für die kleineren Kinder. Auch wegen steigender Geburtenzahlen wächst der Bedarf. Außer im Jahr 2016 stieg die Zahl der Geburten in den vergangenen fünf Jahren immer an. Die 1.596 Geburten im Vorjahr waren der zweithöchste Wert überhaupt nach 2015 (1.612). Aktuell gibt es in allen Kindertageseinrichtungen in Paderborn zusammen 4.336 Plätze für die Kinder über drei Jahre - dies entspricht einer Versorgungsquote von 99 Prozent - und 1.253 Plätze für die Kinder bis drei Jahre (31 Prozent). Hinzu kommen 210 Plätze in der Tagespflege bei Tagesmüttern und -vätern. Werde beim U3-Bereich die Tagespflege bei Tagesmüttern oder -vätern hinzu gerechnet, dann steigt die Versorgungsquote auf 36 Prozent, sagt Susanne Niggemeier (Verwaltungsleitung und stellvertretende Leiterin des Jugendamts). Der Bedarf sei jedoch unlängst größer. "In einzelnen Stadtteilen liegt die Anmeldequote bei bis zu 70 Prozent", sagt Niggemeier. Beim Anmeldeverhalten gebe es seit zwei Jahren die klare Tendenz, Kinder mit zwei Jahren in einer Kita betreuen zu lassen, sagt Dezernent Walter. Hinzu kommen seit dem Jahr 2015 noch 360 Flüchtlingskinder, von denen 181 hier geboren wurden. Da helfen nur mehr Betreuungsplätze. So entstehen zum Beispiel in den Neubaugebieten am Dr.-Rörig-Damm und Brukterer Weg neue Kitas. Doch auch dies reicht noch nicht. Die Stadt selbst sucht derzeit noch nach einem geeigneten Grundstück in der Stadtheide, sagt Walter. Bis eine Fläche gefunden sei, werde entweder an der Schule oder an dem Jugendtreff mit einem Provisorium überbrückt. Eine weitere neue Kita wird es innerhalb der Konversion auf dem Gelände der Alanbrooke-Kaserne im Riemekeviertel geben. In Sande wird an der vorhandenen Einrichtung angebaut und in Wewer wird eine Kita noch einmal komplett überplant. Einen anderen Weg geht die Stadtverwaltung in der Paderborner Südstadt: Noch ist die Ecke Karlstraße/Kilianstraße eine innerstädtische Brache. Das wird sich jedoch bald ändern. Denn ab Herbst soll hier - direkt neben der Karlschule - eine neue Kindertagesstätte entstehen. Eine Kita, die von der Stadt Paderborn betrieben wird. Gebaut wird sie jedoch von einem Investor, der die Immobilie langfristig vermietet. Kein ernsthaftes Problem sei aus Walters Sicht die Betreuung der Kinder ab drei Jahren. Vielleicht fänden nicht alle Eltern für ihr Kind die Wunsch-Kita, doch bisher sei noch für jedes Mädchen und jeden Jungen ein Betreuungsplatz gefunden worden. Allerdings habe es zu Beginn der Einführung des U3-Rechtsanspruchs und einer Umstellung der Gruppen eine "Ü3-Delle" gegeben, wie Walter es nennt. Klagen auf den bestehenden Rechtsanspruch habe es bisher nicht gegeben, erklärt Walter. In einem Fall hätten Eltern ihren Anspruch zwar geltend machen wollen. Dies sei aber zum bereits parallelen Anmeldeverfahren gelaufen, in dem es dann einen Platz gab. Was die Finanzierung betrifft, so wird zwischen drei Gruppenformen unterschieden: In der Gruppenform 1 gibt es 20 Kinder von 2 bis 6 Jahren, 10 Kinder von 4 Monaten bis 3 Jahren sind es bei der Gruppenform 2 und 20 bis 25 Kinder von 3 bis 6 Jahren bei der Gruppenform 3. Ergänzend gibt es pädagogische Gruppen - mit Konzepten, die variieren können. Insgesamt gibt es in Paderborn derzeit 87 Betreuungseinrichtungen für Kinder: 35 werden von der Stadt Paderborn betrieben, 25 Einrichtungen sind in katholischer sowie sechs weitere in evangelischer Trägerschaft. Hinzu kommen 21 Kitas freier Träger. Mit dem Kindergartenjahr 2020/21 soll in NRW zudem ein reformiertes Kinderbildungsgesetz in Kraft treten. Möglicherweise werden die Elternbeiträge überarbeitet und es auch mehr als nur ein - bisher ist es das letzte - beitragsfreies Jahr geben. Auch Ausweitungen der Öffnungszeiten in Kitas sind geplant, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. In drei Teilen bietet diese kleine Serie Informationen für werdende und junge Eltern. Zum Start ging es um die Geburt, es folgt das Thema Grundschule.

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