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Stoßen auf die neuen Plätze an: Dompropst Joachim Göbel (v. l.), die Technische Dezernentin Claudia Warnecke, Regierungsvizepräsidentin Anke Recklies, Generalvikar Alfons Hardt und der Stellvertretende Bürgermeister Dietrich Honervogt bekamen als erste ihr Freibier. - © Hans-Hermann Igges
Stoßen auf die neuen Plätze an: Dompropst Joachim Göbel (v. l.), die Technische Dezernentin Claudia Warnecke, Regierungsvizepräsidentin Anke Recklies, Generalvikar Alfons Hardt und der Stellvertretende Bürgermeister Dietrich Honervogt bekamen als erste ihr Freibier. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Premiere für die Paderborner Markttage

An diesem Wochenende stehen Markt- und Domplatz im Mittelpunkt bunter Veranstaltungen

Hans-Hermann Igges
20.07.2018 | Stand 20.07.2018, 17:47 Uhr

Paderborn. „Nehmen Sie ihn in Beschlag – es ist Ihr Platz!" Dietrich Honervogt, Stellvertretender Bürgermeister und Anwohner des Domplatzes, zeigte sich geradezu euphorisch. Er hatte allen Grund: Immerhin ging es am Freitag mitten auf dem Paderborner Marktplatz um so etwas wie dessen offizielle Eröffnung. Markt- und Domplatz wurden nämlich zwischen Ostern 2015 und Mai 2018 für insgesamt 4,8 Millionen Euro (bei 80 Prozent Landeszuschüssen) grundlegend saniert. Das wird bis Sonntag ausgiebig zusammen mit dem 950. Geburtstag des von Bischof Imad erbauten Domes gefeiert. Premiere für die Paderborner Markttage. Von den alten Plätzen geblieben ist lediglich der Neptun-Brunnen aus den 70er Jahren. Neu sind nicht nur die Granitpflastersteine, die im sogenannten römischen Verbund verlegt wurden, sondern auch die großzügig und dem Geländeverlauf angepasste Treppe zum Paradiesportal des Domes. Sie ersetzt eine Mauer und weitet den Zugang zum Dom von der Stadtseite her und umgekehrt – ganz im Sinne von Bischof Imad, der laut Dompropst Joachim Göbel vor 950 Jahren mit dem damals neuen Paradiesportal bewusst den Dom zur Stadtseite hin öffnete. Sogar an eine Stromtankstelle wurde gedacht Neu sind auch die Lichtanlage sowie versenkbare Stromkästen und Wasseranschlüsse, für die die Marktbeschicker dankbar sind. Sogar an eine Stromtankstelle für Elektroautos wurde gedacht. Dabei nimmt die neue Platzgestaltung auch historische Bezüge wie den Verlauf der Handelsstraße Hellweg auf. Die Plätze sind Ergebnis einer dreitägigen Werkstatt zwischen Stadtplanern, Anliegern und Nutzern – insgesamt ein Planungsprozess, auf den man im Technischen Rathaus als Takt gebender Stelle besonders stolz ist, weil so alle Interessen letztlich erfolgreich eingebunden worden seien, wie am Freitagmittag im Rahmen einer Gesprächsrunde zur Eröffnung mit Stadtplanern, Architekten, Anwohnern und Archäologen deutlich wurde. Apropos Archäologie: „Rund um die Plätze stehen zwar viele baugeschichtliche Denkmäler, doch das wichtigste liegt im Boden", sagt Sven Spiong, der lange Paderborns Stadtarchäologe war. So habe man in den diversen mittelalterlichen Schmutzschichten, durch die die Plätze stets und ständig um einige Zentimeter in die Höhe wuchsen, bevor sie wieder neu gepflastert wurden, viele erstaunliche Relikte gefunden – bis hin zu von fahrenden Dentisten öffentlich gezogenen Zähnen. An diese Zeiten, aber natürlich auf eher originelle Art, erinnert bis Sonntag der Mittelaltermarkt rund um den Dom. Dazu gibts Streetfood, Musik und Gaukelei. Domführungen und Orgelkonzerte sowie liturgische Angebote stellen den kirchlichen Programmpart. Dessen Höhepunkt steht am Samstag um 16 Uhr bevor: Dann läuten zum ersten Mal die neuen Domglocken. Vorher gibt's wieder Freibier. Der Dom-Geburtstag wird am Sonntag um 10 Uhr mit einem Festhochamt gefeiert.

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