Geburtstagstorte: Stephan Nahrath (v.l.), Tim Kähler, Dieter Kaiser, Michael Dreier und Daniel Böddeker feiern gute Zahlen. - © Miriam Scharlibbe
Geburtstagstorte: Stephan Nahrath (v.l.), Tim Kähler, Dieter Kaiser, Michael Dreier und Daniel Böddeker feiern gute Zahlen. | © Miriam Scharlibbe

Paderborn Das Geschäft mit Strom und Gas: Fünf Jahre Westfalen Weser Energie

Energieversorger: Seit ihrer Gründung vor fünf Jahren hat sich die Westfalen Weser Energie (WWE) gut entwickelt. Selbst Kommunen, die anfangs zögerten, steigen jetzt in das Geschäft ein

Miriam Scharlibbe

Paderborn. Mit fünf Jahren ist die Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG (WWE) gerade einmal im Vorschulalter. Allerdings war die Geburt im Sommer 2013 komplikationsreich. „Die Eon Westfalen Weser AG drohte vor die Wand zu fahren", erinnert sich Paderborns Bürgermeister Michael Dreier. Eine Lösung musste her und vor allem ein neuer stabiler Energieversorger für die Kommunen in OWL. Die nahmen die Sache selbst in die Hand. Heute bewerten Bürgermeister und Geschäftsführer die Entscheidung als richtig. Städte und Gemeinden in OWL verdienen gutes Geld mit der WWE. Kommunen 53 Kommunen und Kreise haben inzwischen Anteile an der WWE erworben. Beim Start der WWE 2013 waren es 48. Sie bilden zusammen die Gesellschafter des Energieversorgers. Die größten Anteile halten Paderborn (21,3 Prozent), dessen Bürgermeister Michael Dreier (CDU) Aufsichtsratsvorsitzender der WWE ist, und Herford (20,2 Prozent). Tim Kähler, Bürgermeister der Hansestadt (SPD), hat den Vorsitz der Gesellschafterversammlung inne. Letzter Neuzugang ist seit 1. Januar die Stadt Bünde. Die WWE verspricht ihren Gesellschaftern eine stabile Rendite. Paderborn bekam zum Beispiel zuletzt 8,7 Millionen Euro ausgeschüttet. Umsatz 924 Millionen Euro Umsatz hat die Unternehmensgruppe im vergangenen Jahr erzielt. Insgesamt lag der Jahresüberschuss bei 38,7 Millionen Euro (Vorjahr 43,7). Mitarbeiter 901 Mitarbeiter arbeiten aktuell in der Unternehmensgruppe, davon sind 81 Auszubildende. Etwa die Hälfte der Azubis wird nach dem Abschluss übernommen. Eine Quote mit der der Betriebsratsvorsitzende Daniel Böddeker zufrieden ist. Sie soll sich in den nächsten Jahren, wenn viele ältere Kollegen in Rente gehen, noch verbessern. Alle WWE-Mitarbeiter werden inzwischen nach dem gleichen Tarifvertrag bezahlt. Insgesamt werden jährlich 60 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern ausgezahlt. Investition 50 bis 60 Millionen Euro investiert die Unternehmensgruppe jährlich in die Erneuerung und den Ausbau der Netze. Da die Haushalte größtenteils über Erdkabel beliefert werden, gibt es bei Extremwetterlagen, wie zuletzt beim Sturmtief Friederike nur wenige Beeinträchtigungen durch herabfallende Äste. Ausfallzeit 8 Minuten Ausfallzeit hat die WWE pro Jahr. In guten Jahren sind es sogar nur 6 Minuten, in denen die Bürger auf Strom verzichten müssen. „Damit sind wir besser als der Bundesschnitt von etwa 12 Minuten", betont Dieter Kaiser, Geschäftsführer der Westfalen Weser Netz. Ladesäulen 80 Ladesäulen für Elektro-Autos sind im Netzgebiet verteilt, alle 20 Kilometer eine. Bis Ende 2018 sollen es 120 werden, das hatte Stephan Nahrath, Geschäftsführer der WWE schon vor einem Jahr versprochen. Nahrath: „Wir sind kurz vorm Ziel."

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