Viele Planungen gibt es momentan rund um die Paderborner Schulen. - © Pixabay (Symbolbild)
Viele Planungen gibt es momentan rund um die Paderborner Schulen. | © Pixabay (Symbolbild)

Paderborn Viele Schulen in Paderborn stoßen an ihre Grenzen

Trendwende: Noch Anfang des Jahrzehnts zeigte die Kurve mit den Schülerzahlen nach unten. 
Jetzt muss sich die Entwicklungsplanung auf steigenden Bedarf in Paderborn einstellen

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Weniger Hauptschüler, mehr Gymnasiasten und Gesamtschüler, dazu viele Realschüler, die aber aus dem Umland kommen: Die Paderborner Schullandschaft ist in Bewegung. Dazu kommen steigende Geburtenzahlen, mehr Zuzug und damit auf absehbare Zeit steigende Einwohnerzahlen – eine Herausforderung auch für die städtische Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung. Eine Analyse der Lage mit ersten Handlungsvorschlägen für einzelne Schulen nahmen jetzt der Schulausschuss und der Jugendhilfeausschuss des Stadtrates zur Kenntnis, ohne jedoch damit bereits Konkretes zu beschließen. Das 180 Seiten umfassende Kompendium solle eine Grundlage darstellen, auf der die Fraktionen ihre Beratungen durchführen, sagte Schul- und Sozialdezernent Wolfgang Walter bei der Vorstellung. Die Planung reicht bis zum Schuljahr 2026/27. Neu ist, dass nun auch Angebote der Jugendhilfe wie schulbezogene Sozialarbeit vorgeschrieben sind. Nutzung von Klassenräumen „Mit den Prognosen haben wir eine gute Grundlage, um nach vorne zu schauen", lobte Petra Tebbe (Grüne) die Arbeit der Verwaltung. Sie regte an, noch eine Liste über die aktuelle Zahl der Plätze in Offenen Ganzstagsschulen vorzulegen. Manfred Krugmann (SPD): „Neue Anforderungen erfordern neue Raumkonzepte – da gilt es, einen intensiven Dialog zu führen. Und auch die Ausstattung muss stimmen, gerade auch mit Blick auf Klassen mit hohem Anteil an Migranten." Roswitha Köllner (Linksfraktion) zeigte sich kritisch gegenüber einer multifunktionalen Nutzung von Klassenräumen in Offenen Ganztagsschulen (OGS); das werde von Schulen abgelehnt. Viele Schulen haben jetzt schon Raumbedarf angemeldet; zum Teil wird er auch schon geschaffen. So wird an der Grundschule Auf der Lieth zum Herbst ein Anbau für eine OGS-Gruppe fertig. An der Grundschule Luther half man sich durch einen Umbau, weil weder ein Anbau noch eine Containerlösung möglich ist. Für den Standort Luther West wird ein Ausbau jedoch noch geprüft. Der Anbau für zwei weitere Räume an der Comenius-Schule in Elsen soll Mitte 2019 fertig werden, an der Grundschule Thune in Sennelager werden Container aufgestellt, und für die Stephanus-Schule ist sogar eine Generalsanierung geplant. Aufgrund neuer Baugebiete sieht man auch für die Grundschulen Kaukenberg und Bonifatius Erweiterungsbedarf. Anteil der katholischen Kinder sank Diskutiert wird bereits jetzt ein Schulverbund zwischen der Marienschule und der Grundschule Dahl, wo aktuell jedoch die Anmeldezahlen für eine Selbständigkeit noch reichen. Im Frühjahr 2019 soll es ein erneutes Abstimmungsverfahren unter den Eltern der Kinder der Heinrichschule geben über eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule. Der Anteil der katholischen Kinder dort sank nämlich zum dritten Mal in Folge unter 50 Prozent. Für den Grundschulverbund Bonhoeffer-Heinrich insgesamt kündigte die Verwaltung Unterstützungsmaßnahmen aufgrund des hohen Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund an. Unter anderem wegen der Wiedereinführung des Abiturs nach neun statt acht Jahren steuern aber auch die Gymnasien auf einen höheren Raumbedarf zu.

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