Klares Gut: Michael Bernemann, Geschäftsführer der Wasserwerke Paderborn, schaut in den neuesten Trinkwasserbehälter im Wasserwerk Diebesweg. - © Holger Kosbab
Klares Gut: Michael Bernemann, Geschäftsführer der Wasserwerke Paderborn, schaut in den neuesten Trinkwasserbehälter im Wasserwerk Diebesweg. | © Holger Kosbab

Paderborn Wasserwerke Paderborn bohren am Diebesweg einen neuen Brunnen

Auch wenn Regen in diesem Sommer selten bleibt, werden die Paderborner nicht auf dem Trockenen sitzen. Dennoch investieren die Wasserwerke gerade in einen zehnten Tiefenbrunnen

Hans-Hermann Igges

Paderborn. „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag." Die alte Bauernregel verheißt für diesen Sommer Trockenheit. Tatsächlich hat es seit dem 27. Juni, dem Siebenschläfertag, gerade erst wieder nennenswert geregnet. Aber auch im Mai und Juni war Feuchtigkeit von oben eher Mangelware, so dass nicht nur Landwirte sich inzwischen im Paderborner Land ums kühle Nass sorgen. Schon werden zum Beispiel die Delbrücker offiziell aufgefordert, ihre Rasenflächen nicht mehr aus der Leitung zu bewässern. Drohen auch in Paderborn bald Einschränkungen? „Keine Sorge, Wasser ist genug da", sagt Michael Bernemann, Chef der Paderborner Wasserwerke. Reichlich Regen hat in Herbst und Winter für endlich wieder steigende Pegel gesorgt, nachdem bereits seit 2007 unterdurchschnittlich wenig Regen gefallen sei. So sei die Aabachtalsperre bei Bad Wünnenberg wieder annähernd gefüllt. Darin befanden sich laut Bernemann im April 14,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Die maximale Kapazität liege dort bei 17 Millionen Kubikmeter plus Platz für drei Millionen Kubikmeter als Hochwasserschutzpuffer. Die Talsperre ist neben den Brunnen am Diebsweg und in der Boker Heide eine der wesentlichen Quellen für das Paderborner Wassernetz. Seit Februar wird am Diebesweg gebohrt Dennoch ist gerade nicht alles wie immer im Reiche der Wasserwerke Paderborn. Michael Bernemann: „Seit Februar bohren wir am Diebesweg einen zehnten Brunnen bis in 385 Meter Tiefe. Damit sind wir so gut wie fertig; es fehlt nun noch das Gebäude dafür. Bis Ende des Jahres geht der Brunnen in Betrieb." 850.000 Euro investieren die Wasserwerke dafür. Es gibt allerdings einen Nebeneffekt der zusätzlichen Tiefenbohrung. Michael Bernemann: „Um Verunreinigungen im Wasser vorzubeugen, stellen wir die Förderung in den anderen neun Brunnen tagsüber ein. Sie sind nur nachts und an den Wochenenden in Betrieb, um dann die Hochbehälter wieder zu befüllen." Als Ersatz würden momentan täglich rund 10.000 Kubikmeter aus der Aabachtalsperre bezogen. Der Geschäftsführer der Wasserwerke Paderborn: „Wenn wir die Bohrung beendet haben, werden wir für den Rest des Jahres entsprechend weniger Wasser aus der Talsperre einspeisen, um das zu kompensieren." Die anderen Brunnen müssen saniert werden Der zehnte Tiefenbrunnen am Diebesweg ist für die Wasserwerke eine Investition in die Versorgungssicherheit. Weil die vorhandenen neun Brunnen einer nach dem anderen saniert werden und deshalb jeweils für ein Jahr ausfallen, decken die Wasserwerke laut Bernemann den Bedarf mit den übrigen acht Brunnen zwar ab, sind jedoch für absolute Spitzenzeiten nur knapp gerüstet. Bernemann: „Üblicherweise werden solche Spitzen aber abgepuffert durch die Vorräte in den Hochbehältern." Die Investition passt auch in die Zeit. Seit gut zehn Jahren schon fallen im Schnitt rund um Paderborn jährlich 15 Prozent weniger Regen als im langjährigen Mittel. Niemand weiß, ob diese Entwicklung anhält oder sich womöglich noch verschärft. Für eine Million Euro haben die Wasserwerke Paderborn denn auch in diesem Jahr eine neue 3,6 Kilometer lange Leitung vom Hochwasserbehälter in Bad Lippspringe nach Neuenbeken gebaut. Gespeist wird die Leitung mit Tiefenwasser aus der Senne, das am Diebesweg in Schloß Neuhaus gefördert wird. Mit diesem Wasser könnten künftig die beiden Paderborner Ortsteile Neuenbeken und Benhausen versorgt werden. Bad Lippspringe selbst wird von den Wasserwerken Paderborn ebenso versorgt wie die Gemeinde Borchen.

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