Nicht zu übersehen: Auf die Gefahr durch mögliche Giftköder werden Hundebesitzer mit Warnschildern hingewiesen. - © Birger Berbüsse
Nicht zu übersehen: Auf die Gefahr durch mögliche Giftköder werden Hundebesitzer mit Warnschildern hingewiesen. | © Birger Berbüsse

Paderborn In Paderborn gefundene Köder werden auf Gift getestet

Eigentlich werden Proben erst untersucht, wenn Tiere zu Schaden gekommen sind.

Birger Berbüsse
08.05.2018 | Stand 08.05.2018, 06:27 Uhr

Paderborn. Die Warnschilder sind noch da, die Angst, Wut und Verunsicherung der Hundebesitzer ebenso: Der Fund von mehr als 130 möglicherweise vergifteten Fleischködern in der Paderborner Innenstadt am Freitag sorgt bei den Paderbornern für Empörung, wovon unter anderem die zahlreichen Kommentare unter den Beiträgen im Facebook-Auftritt der NW zeugen. Das Kreisveterinäramt hat darauf nun reagiert und auf Anfrage angekündigt, eine der Proben analysieren zu lassen. Der Köder wird an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe geschickt, wo er auf Gift getestet wird, bestätigte Kreissprecherin Michaela Pitz. „Die Hundehalter sollen Gewissheit haben", sagte sie zur Begründung. Bislang unbekannte Größenordnung Der leitende Veterinär Klaus Bornhorst habe sich zu diesem Schritt aufgrund der Größenordnung des Paderborner Fundes entschieden. „Derartige Dimensionen", das betonen auch Polizei und Ordnungsamt betont, hat es bislang im Zusammenhang mit mutmaßlichen Giftködern noch nicht gegeben. Die Entscheidung des Kreisveterinäramtes ist deshalb bemerkenswert, weil solche Proben üblicherweise nur dann im Labor analysiert werden, wenn tatsächlich ein Tier zu Schaden gekommen ist. Denn da die Untersuchungen sehr aufwendig seien, könnten schnell Kosten von bis zu 1.000 Euro entstehen, erklärt Pitz. Bislang sind allerdings weder dem Veterinäramt noch der Polizei Tiere gemeldet worden, die in der Nähe der Stadtbibliothek oder des Maspernplatzes vergiftet worden wären. Weil dies auch nach den gut 50 Funden Mitte April am Maspernplatz nicht der Fall war, werden die damals entdeckten Köder nicht untersucht. Die gefrorene Probe wird aber vorsichtshalber weiterhin aufbewahrt. Für den Täter wird es teuer Die Paderborner Polizei, die noch am Freitag Strafanzeige gestellt hat, begrüßt die Entscheidung des Kreises, den aktuellen Fund testen zu lassen. Zum einen aus Gründen der Strafverfolgung, da so geklärt werden könne, ob es sich um eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit handele. Als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz kann die Tat mit bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Selbst wenn die Köder kein Gift enthalten, wird es für den Täter teuer: Dann könnte er für das Verteilen von Müll belangt werden und müsste außerdem für die Kosten der genommenen Probe aufkommen. Das Testergebnis sei zum anderen aber auch wichtig für die Bevölkerung, glaubt Pressesprecher Michael Biermann. Konkrete Hinweise auf den oder die Täter seien bislang nicht eingegangen. Biermann fordert die Bevölkerung deshalb auf, die Augen weiter offen zu halten und verdächtige Beobachtungen zu melden. In den vergangenen Tagen wurden keine weiteren Köder entdeckt, sagt Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski. Die Streifen in der Innenstadt würden aber verstärkt in Bereiche mit Grünflächen gehen und seien für das Thema besonders sensibilisiert.

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