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Symbolbild. - © picture alliance / dpa
Symbolbild. | © picture alliance / dpa

Paderborn 25-jährige Frau vergewaltigt Teenager

Über zwei Jahre Haft: Während die Angeklagte alles bestritt, glaubten die Richter dem jungen Opfer

Jutta Steinmetz
04.05.2018 | Stand 04.05.2018, 10:23 Uhr

Paderborn. Dass sich Frauen auf der Anklagebank eines Gerichts dem Vorwurf der Vergewaltigung stellen müssen, kommt eher selten vor. Eine 25-jährige Paderbornerin aber wurde jetzt nach zwei Verhandlungstagen wegen eines solchen Vorwurfs zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Im Sommer vergangenen Jahres hatte ein 15-Jähriger in einer Polizeiwache geschildert, dass er zwei Wochen zuvor mit der Paderbornerin in ihr Zuhause gegangen sei. Dort habe sie ihn in ihr Schlafzimmer komplementiert, die Tür verschlossen und ihn anschließend zu Geschlechtsverkehr gezwungen, beschrieb er die Vorgänge der Nacht. Er habe aus Angst einfach alles über sich ergehen lassen und der Täterin anschließend sogar eine Goldkette seiner Mutter überlassen, die er an diesem Abend getragen hatte. Die 25-Jährige bestritt die Vorwürfe. Sie behauptete sogar, niemals den Teenager mit in ihrer Wohnung gehabt zu haben und die Halskette habe ihr der 15-Jährige geliehen. Fall wird möglicherweise neu aufgerollt All das glaubte das Gericht aber nicht. Der Schüler habe während der Ermittlungen, aber auch vor Gericht die Vorfälle konstant geschildert, fasste das Jugendschöffengericht seine Eindrücke zusammen und folgte mit dieser Einschätzung, aber auch mit dem verhängten Strafmaß dem Antrag von Oberstaatsanwalt Christoph Zielke. Gut möglich aber, dass der Fall vor dem Landgericht noch einmal neu aufgerollt werden muss. Verteidiger Franz Zacharias hatte auf Freispruch plädiert. Keineswegs, so seine Ansicht, habe sich der Junge widerspruchsfrei geäußert. Außerdem sei der Teenager gut durchtrainiert und hätte sich wehren können, hielt der Verteidiger den geschilderten Vorfall für erfunden.

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