Der Chorraum präsentiert sich nun deutlich offener, weil die alten Kommunionbänke entfernt und der Ambo nach vorne versetzt wurden. Im Hintergrund sind die steinernen Altarreliefs zu sehen. - © Birger Berbüsse
Der Chorraum präsentiert sich nun deutlich offener, weil die alten Kommunionbänke entfernt und der Ambo nach vorne versetzt wurden. Im Hintergrund sind die steinernen Altarreliefs zu sehen. | © Birger Berbüsse

Paderborn Nach zwei Jahren wird die Paderborner Gaukirche wiedereröffnet

Die lange Bauphase endet am 6. Mai. Für 1,2 Millionen Euro wurde die Kirche umfangreich verändert

Birger Berbüsse
02.05.2018 | Stand 02.05.2018, 09:48 Uhr |

Paderborn. Das Warten hat ein Ende: Nach fast zweijähriger Bauzeit öffnet die Paderborner Gaukirche am Sonntag endlich wieder ihre Pforten. Ab dem 6. Mai präsentiert sie sich ihren Besuchern in einem völlig neuen Gewand, wie die Pfarrei St. Liborius mitteilt. „Die Gaukirche ist hell und geräumig, mystisch und andächtig, klar und strukturiert", verspricht Pfarrer Benedikt Fischer. Er weiß aus zahllosen Gesprächen und Anfragen: „Viele Paderborner freuen sich auf die nun wieder zugängliche Gaukirche." Sie ist nicht nur eines der ältesten Gotteshäuser Paderborns (um 1180), sondern auch aufgrund ihrer Lage eines der am meist besuchten. Künftige Besucher werden nach Abschluss der von Architektin Martina Tebel geleiteten Arbeiten eine im Innern deutlich veränderte Kirche betreten. Das beginnt schon bei den beiden Eingängen. Die Gaukirche ist nun barrierefrei, weil die Stufe am Nordeingang eingeebnet wurde. Die Türen dort können außerdem elektronisch geöffnet werden. Eine große Glaswand trennt den Eingang vom Kirchenschiff ab. Sie soll den Zutritt zur benachbarten und nun ebenfalls von Glaswänden eingerahmten Kreuzkapelle auch außerhalb der Regel-Öffnungszeiten von 8.30 bis 19 Uhr ermöglichen. Dort wird das Allerheiligste wieder täglich zur Anbetung ausgesetzt sein. Größere Eigenständigkeit für die Vorhalle Auch die Westpforte wurde völlig neu gestaltet. „Die barocke, also später angebaute Vorhalle, hat durch ihre Gestaltung eine größere Eigenständigkeit erhalten", betont Pfarrer Fischer. Der frühere Glaskasten am Ausgang, der als Windfang diente, konnte entfernt werden. Stattdessen wurde eine Glastür in den Bogen in der Wand zum Kirchenraum gesetzt, so dass die dadurch deutlich vergrößerte Vorhalle nun auch als Raum der Andacht und des Gebets genutzt werden kann. Vor allem durch diese neuen Glaswände werde die Kirche optisch auffallen. Gestaltet wurden sie von Künstler Thierry Boissell, ausgeführt wurden die Arbeiten vom Paderborner Unternehmen Glasmalerei Peters. Der Firma Denkmalpflege Wibbeke sei es zu verdanken, dass die Gaukirche in neuem Glanz erstrahlt: Vor der Renovierung waren die Wände und die Decke durch Kerzenruß stark geschwärzt. Die 4.000 Quadratmeter große Fläche wurde in Handarbeit mit Spezialschwämmen gereinigt, anschließend die neue Farbe aufgetragen. Umgestaltet wurde auch der Chorraum der Gaukirche. Er hat ein einheitliches Mobiliar erhalten und trägt an seiner Rückwand nun die steinernen Reliefbilder aus dem Hochaltar, die zuvor außen an der Sakristeiwand zu sehen waren. Weil es durch die Entfernung der Kommunionbänke keine abtrennenden Schranken mehr gibt, ist der Chorraum durchlässiger zur Gemeinde hin geworden. Dadurch konnte auch der Ambo vor die Treppenstufen und somit näher an die Gläubigen heran gestellt werden. Gottesdienstbesucher sitzen fortan auch anders: Die alten Kirchenbänke wurden durch Stühle ersetzt, die dem Raum eine größere Flexibilität geben sollen. Der Taufbereich, direkt gegenüber des Nordeingangs, wurde ebenfalls umstrukturiert. Blickte man beim Betreten der Kirche bislang auf die Statue des Kirchenpatrons Ulrich, fällt nun sofort der prächtige hölzerne Flügelaltar ins Auge. Auch die Kreuzwegstationen, Weihekreuze und Apostelleuchter sind neu angelegt oder neu ausgerichtet worden. Die gesamte Beleuchtung wurde ebenso neu konzipiert wie auch die Lautsprecher- und Heizungsanlage. Die beiden Opferlichter-Stationen haben eine Abzugsvorrichtung für die rußige Kerzenluft erhalten. Die Gesamtkosten der Bau und Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Sie werden von der Pfarrei sowie aus Kirchensteuer- und Landesmitteln finanziert.

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