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In der Nähe der Universität Paderborn wurde bei Gartenarbeiten eine Weltkriegsbombe gefunden. - © Birger Berbüsse
In der Nähe der Universität Paderborn wurde bei Gartenarbeiten eine Weltkriegsbombe gefunden. | © Birger Berbüsse

Paderborn Bombenfund: Größte Evakuierung Paderborns geplant

Am Sonntag, 8. April, soll in einem Radius von 1,5 Kilometern evakuiert werden. In dem Bereich leben mehr als 26.000 Menschen. Auch die Uni und vier Krankenhäuser sind betroffen

Birger Berbüsse
30.03.2018 | Stand 30.03.2018, 08:24 Uhr
Viktoria Bartsch

Paderborn. In der Paderborner Südstadt ist in der Nähe der Universität eine große Fliegerbombe entdeckt worden - nach Angaben der Stadt hat sie ein Gewicht von 1,8 Tonnen, davon sind 1,6 Tonnen Sprengstoff. Entschärft werden soll der sogenannte "Wohnblock-Knacker" aus dem zweiten Weltkrieg am Sonntag, 8. April.

Damit steht Paderborn die größte Evakuierungsmaßnahme in der Stadtgeschichte bevor: Der zu räumende Bereich hat einen Radius von 1,5 Kilometern, was einen Durchmesser von 3 Kilometern bedeutet.

In dem Bereich sind rund 26.300 Menschen gemeldet. Von der Evakuierung sind unter anderem auch die komplette Universität, vier Krankenhäuser, fünf Alten- und Pflegeheime, ein Hospiz sowie das Südring-Center betroffen. Der Bereich reicht von der B64 im Süden fast bis zum Paderwall im Norden und von der Borchener Straße im Westen bis zur Driburger Straße im Osten. Während der Entschärfung werden auch die Bundesstraße, die Bahnstrecke und der Luftraum über der Stadt gesperrt.

26.300 Menschen und vier Krankenhäuser betroffen

Skizze des geplanten Evakuierungs-Umkreises. - © Birger Berbüsse
Skizze des geplanten Evakuierungs-Umkreises. | © Birger Berbüsse

Der Krisenstab wird in den kommenden Tagen über die nötigen Maßnahmen beraten. Dabei geht es besonders darum,  wohin die Patienten der Krankenhäuser und die Bewohner der Pflegeheime transportiert werden sollen. Fest steht, dass die Straßensperrungen am 8. April morgens um 8 Uhr beginnen. Bis 12 Uhr müssen alle Bewohner des betroffenen Bereichs ihre Wohnungen verlassen haben. Die Entschärfung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst ist für den frühen Nachmittag geplant und soll - wenn alles gut geht - am Abend mit dem Abtransport der Fliegerbombe enden.

Weitere Infos will der Krisenstab am Dienstag nach Ostern bekannt geben. Die Bevölkerung soll zusätzlich mit Handzetteln über Zeitraum und Maßnahmen informiert werden. Die Behörden empfehlen den Menschen aus diesem Gebiet, sich am 8. April nach Möglichkeit gar nicht in Paderborn aufzuhalten und beispielsweise Tagestouren zu unternehmen.

Am 8. April soll man die Stadt am besten verlassen

Ordnungsamstleiter Udo Olschewski betonte bei der Pressekonferenz, dass bis zu ihrer Entschärfung von der Bombe keine Gefahr ausgehe. Sie sei wieder abgedeckt, die Fundstelle werde von einem Sicherheitsdienst bewacht. Eine kurzfristige Entschärfung über die Ostertage sei wegen der umfangreichen Evakuierung nicht möglich gewesen.

Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Mittwochabend bei Gartenbauarbeiten gefunden - nur 80 Zentimenter unter der Oberfläche. "Sie ist zwei Meter lang, hat einen Durchmesser von 70 Zentimetern und drei Zünder", sagte Olschewski. Sie ist damit der größte Bombenfund in Paderborn seit den 60er Jahren.

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Wie Paderborn bei Bombenfunden Bewohner evakuiert

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