Mit Wrackteilen übersät: Die landwirtschaftlichen Flächen rund um das zerstörte Windrad. - © Gudrun Ponta
Mit Wrackteilen übersät: Die landwirtschaftlichen Flächen rund um das zerstörte Windrad. | © Gudrun Ponta

Kreis Paderborn Prüfbericht nach Windrad-Havarie bei Borchen entscheidet über Bodenproben

Die Anlage wurde mittlerweile untersucht. Abbauarbeiten werden vorbereitet

Birger Berbüsse

Kreis Paderborn. Das vor einer Woche havarierte Windrad bei Borchen-Etteln ist nach NW-Informationen mittlerweile von Technikern des Unternehmens Enercon und einem unabhängigen Gutachter untersucht worden. Bauherr Westfalenwind Etteln sowie der Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde warten nun auf die Ergebnisse des Prüfberichts. Wann dieser vorgelegt wird, ist unklar. Der Prüfbericht wird maßgebliche Grundlage für die Entscheidung des Kreises sein, ob eventuell ein Betriebs- und Baustopp für die baugleichen Windkraftanlagen ausgerufen werden müsse. Dies hatten Borchen Bürgermeister Reiner Allerdissen und die Bürgerinitiative Gegenwind Borchen gefordert. Dazu könnte es kommen, wenn der Unfall nicht wie vermutet auf einen menschlichen Fehler, sondern auf das Material oder die Konstruktion zurückzuführen ist. 42 weitere E-115-Windräder im Kreis geplant Im Kreis Paderborn wären 44 bestehende sowie 42 geplante Windräder des Typs E-115 betroffen. Außerdem soll der Prüfbericht Angaben zur Standfestigkeit des Turms und Fundaments enthalten. Ein kompletter Ab- und Neubau der Anlage ist daher nicht ausgeschlossen. Nach Erhalt des Prüfberichts will der Kreis Paderborn außerdem entscheiden, ob noch Bodenproben in dem betroffenen Gebiet genommen werden müssen. Gesäubert wird der Unglücksort von Enercon und Westfalenwind unter Aufsicht der Landwirtschaftskammer. Die beschädigten Flügel und die Gondel müssen bis zum 6. April abgebaut werden. Derzeit werden diese Bergungsarbeiten vorbereitet. Bis zu ihrem Beginn können allerdings noch einige Tage vergehen. Für Westfalenwind hat der Vorfall mittlerweile auch Folgen: Weil wegen der Arbeiten an der Unglücksstelle nicht alle Kräne zur Verfügung stehen, kommt es bei den benachbarten Baustellen zu leichten Verzögerungen. Das Unternehmen baut bei Etteln sechs weitere Windräder des Typs E-115.

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