In dem Theaterstück geht es um Sex, aber auch um sexuellen Missbrauch. - © Christoph Meinschäfer
In dem Theaterstück geht es um Sex, aber auch um sexuellen Missbrauch. | © Christoph Meinschäfer

Paderborn Theater Paderborn zeigt Stück über Sex und sexuelle Selbstbestimmung

Das Stück "Gesunde Beziehungen" feiert am Samstag Premiere

Holger Kosbab

Paderborn. Sexualkunde ist ein besonderes Unterrichtsfach. Da wird immer noch aufgeklärt, aber heutzutage auch über Internetpornografie und ausgefallenste Sexvorlieben gesprochen. Lehrer müssen dabei die Balance zwischen Nähe und Distanz finden, die sie gegenüber Schülern einhalten. Möglicherweise hat die Lehrerin Diane aber die Grenze überschritten. Zumindest behauptet das ihr ehemaliger Schüler Freddie, der plötzlich um ein Treffen bittet und ihr vorwirft, ihn missbraucht zu haben in einer Nacht vor sieben Jahren. Das ist der Ausgangspunkt von „Gesunde Beziehungen", das im Studio des Theaters Paderborn an diesem Samstag, 17. März, um 19.30 Uhr seine Premiere hat. Das Theater Paderborn zeigt Evan Placeys „Gesunde Beziehungen" in der deutschsprachigen Erstaufführung, bisher wurde es nur in London gespielt. Mit dem Stück packt die selbst inszenierende Theaterchefin Katharina Kreuzhage wieder ein brisantes Thema an. Es geht um Fragen der sexuellen Selbstbestimmung und wann Sex erlaubt ist oder nicht. Darum, dass Jugendliche heute theoretisch ganz viel über Sex wüssten, aber unklar sei, wie sie damit umgehen. Der Körper spricht, nicht die Mimik Und die Inszenierung behandelt das schwierige Thema Missbrauch und den noch diffizileren Täter-Opfer-Diskurs. Auch wenn es inhaltlich mit gespiegelten Geschlechterrollen passt: Auf dem Spielplan stand das Stück lange vor der „MeToo"-Bewegung. Regisseurin Kreuzhage verpasst ihren Darstellern Masken, die keine Regung zulassen. „Es ist der Körper, der spricht, nicht die Mimik", sagt sie in einem Pressegespräch. Mit dieser Überhöhung der Körperlichkeit will sie der explosiven Thematik ästhetisch Herr werden. In dem Stück spielen Josephine Mayer, Tim Tölke, Alexander Wilß, Max Rohland, Gesa Köhler, Kirsten Potthoff, Nancy Pönitz und Stephan Weigelin. Kreuzhage betont, dass es bewusst kein Jugendstück sei, auch wenn sie hoffe, dass sich Schulklassen das Stück anschauen. Dazu gibt es ein theaterpädagogisches Programm mit drei Vorführungen für Schulen am 22. März sowie am 17. und 18. April jeweils um 11 Uhr mit einer Vor- und/oder Nachbereitung. Empfohlen ist die Inszenierung ab 15 Jahren. Infos und Karten unter: www.theater-paderborn.de

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